Ecuador: schöne bunte Stoffe

August 2012 - Oktober 2012:
Ecuador

Die Leute hatten uns alle gewarnt! Der erste Grenzübergang (Kolumbien – Ecuador) in Südamerika ist im Vergleich zu den Grenzübergängen in Zentralamerika super einfach. Und da stehen wir nun morgens an der Grenze und es ist wirklich so. So einfach, wie wir aus Kolumbien ausreisen, reisen wir in Ecuador ein.

Migration Karte ausgefüllt, elektronisches (!!!) Visum in den Pass (90 Tage) und zur Aduana. Die üblichen Kopien abgeben, einige Fragen beantworten, unterschreiben und fertig. Keine 30 Minuten später sind wir eingereist – wichtig an dieser Stelle wäre noch zu erwähnen, dass zeitliche Overstays richtig teuer werden und vermieden werden sollten. Willkommen Ecuador … so einfach hat es uns bisher kein Land gemacht.

Ecuador: Welcome

Erste Station ist der Friedhof in der Grenzstadt Tulcan. Ein Friedhof??? Ja, ein Friedhof. Aber kein gewöhnlicher Friedhof, denn dieser hier beherbergt unzählige Heckentiere und Figuren. Wir sind beeindruckt.


Ecuador: Tulcan - Cementery

Ecuador: Tulcan - Cementery

Ecuador: Tulcan - Cementery

Dann geht es weiter auf den Mercado, da wir keine frischen Lebensmittel mehr haben. Wir Kolumbien-Preis-„Geschädigten“ können unser Glück kaum fassen, bei den günstigen Preisen, die hier aufgerufen werden.
Und Schwupps sind wir um einige Dollar ärmer, dafür aber um Massen von Obst, Gemüse, bestes Rindersteak und ein Mittagessen reicher.

Der nächste Preisschock (ABSOLUT im positiven Sinne) kommt an der Tankstelle. Da wir auf den letzten Tropfen Diesel über die Grenze gekrochen sind, müssen wir nun volltanken. Der ganze Spaß kostet uns 17 USD!!! Ja, ich glaube, Ecuador gefällt uns jetzt schon.

Ecuador: with this prices we like to fill up the tank


Es geht wieder hoch. Über eine Schotterpiste gelangen wir zum Reserva El Angel und können direkt an der Ranger Station übernachten. Der Rundweg zu den Lagunen bietet einen wundervollen Blick auf den Vulkan Chiles und zum Sonnenuntergang haben wir sogar einen relativ freien Blick auf den imposanten Cayambe.

Ecuador: Reserva El Angel - Section El Voladero: view to the Volcan Chiles

Ecuador: Reserva El Angel - Section El Voladero: Lagunas Panorama

Ecuador: Reserva El Angel - Section El Voladero: what a Campspot

Ecuador: Reserva El Angel - Section El Voladero: nice plant

Ecuador: Reserva El Angel - Section El Voladero: wildlife

Ecuador: Reserva El Angel - Section El Voladero: view to the Cayambe

Die Ranger Station befindet sich auf 3.700m Höhe und da wir einen sternenklaren Himmel haben wird es mit Verschwinden der Sonne empfindlich kalt. Mutig ziehen sich KLUG und KLÜGER in ihr Zelt zurück (O-Ton Stefan:“ Das testen wir jetzt mal aus …“). Das Thermometer fällt und fällt und ich weiß gar nicht mehr, wo hin ich mich denn noch verkriechen soll in meinem kleinen Schlafsackreich und neben uns brummt erbarmungslos die Standheizung von Toni und Felix. Ich könnte heulen, meine Nase und meine Füße sind kalt und gemeinerweise drückt auch noch die Blase. Aber irgendwann ist auch die Nacht vorbei und wir überleben zum Glück unbeschadet und so geht weiter nach Ibarra.

Unser erster Supermarkt Besuch steht an. Stefans Leid ist meine Freude. Ich könnte mich stundenlang in einem neuen Land in Supermärkten aufhalten. Und wahrlich bin ich richtig glücklich … denn der Wind von Frischgebackenem weht mir entgegen. Hier gibt es lecker krosse, knusprige und vor allem KEINE SÜSSEN Brötchen – dazu Leberwurst und unser Mittagessen ist perfekt.


Ecuador: Ibarra - yummi Liver Wurst Bun


Unser erstes Stellplatz-Paradies in Ecuador finden wir beim Australier Graham oberhalb von Ibarra. Er freut sich immer über den Besuch von Reisenden und von seiner Gärtnerei aus hat man einen fantastischen Blick auf das Tal und die umliegenden Berge. 


Ecuador: Ibarra - nice Campspot

Ecuador: Ibarra - working people on the fields2

Ecuador: Ibarra - just being a kid


Uns gefällt es auf Anhieb und am ersten Abend lernen wir direkt die „deutsche Gemeinde“ Ibarras kennen und werden zum deutschen Grillen mit deutschen Bratwürsten eingeladen – wir sagen sofort zu.

Ecuador: Ibarra - real german sausages from a real german butcher


Wir haben einen wunderschönen Stellplatz, aber mit Entspannung ist wieder nichts. Unser Auto verlangt unsere komplette Aufmerksamkeit. Einen Tag nutzen wir, um kleine Probleme auszumerzen (Wackler am Relais und Trennmosfet, Dachträger versetzen, Dichtungen am Turboölzulauf tauschen etc.) und dann folgen 2 Tage, in denen wir dem Rost - upps, sorry, dem britischen Gold - den Kampf ansagen.

Die Kanadier haben damals bei unserer Einreise unsere kompletten Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung bei ihrer aggressiven Reinigung entfernt und seitdem rostet das Auto munter vor sich hin. Also schmirgeln und kratzen wir, entfetten, schrauben und pinseln, um dem fortschreitenden Rost ein wenig Einhalt zu gewähren … tja, das ist der Alltag eines Landy-Reisenden.

Ecuador: Ibarra - working on the car again

Ecuador: Ibarra - still not done ...


Und nach 3 Tagen harter Arbeit und dem schmerzhaften Herunterkratzen der restlichen Farbe von unserer Haut gönnen wir uns endlich mal was: einen privaten Nachmittag SPA im Buddha Spa in Ibarra … ein Traum.

Ecuador: Ibarra - Buddha Spa

Ecuador: Ibarra - Buddha Spa: Relaxing Stefan

Ecuador: Ibarra - Buddha Spa: Jacuzzi Time

Abends kochen wir für Graham als kleines Dankeschön ein nettes Dinner. Es wird ein schöner und auch trauriger Abend, da wir wissen, dass es dann auch Zeit ist, Abschied zu nehmen.

Ecuador: Ibarra - Goodbye Dinner for Graham

Ecuador: Ibarra - Goodbye Dinner for Graham

Wir halten den Abschied kurz, denn Graham ist uns in der Woche richtig ans Herz gewachsen. Wir fahren zur benachbarten Lagune Yahuacochi und schauen uns dort eine Amateur-Rally an. Eine staubige Angelegenheit.


Ecuador: Yahuacochi -  Rally Dobles

Ecuador: Yahuacochi -  Rally Dobles

Dort verbringen wir dann auch die Nacht. Gegen Nachmittag entwickelt sich in der Nähe ein Rodungsbrand, der dann gegen Abend außer Kontrolle gerät. Anfangs sitzen wir noch auf unseren Stühlen und genießen den Anblick des näher kommenden Feuers. Als wir es dann aber schon knistern hören, das Knistern immer lauter wird und sich der Abstand zwischen dem Feuer und den Autos immer mehr verringert, werden wir (oder zumindest ich) doch ein wenig nervös.

Aber wir haben Glück und das Feuer wird dann spät abends durch ein paar Menschen an einer Schwachstelle komplett gelöscht.


Ecuador: Laguna Yahuacochi - Fire close to our Camp Spo

Und dann wird es wirklich Zeit zu gehen. Wir kaufen nochmals ein (ich leiste mir eine neue Jacke zum Wandern, das Auto bekommt einen neuen Schutzpanzer für die Standheizung und im Lebensmittel-Paradies SUPERMAXI gibt es nochmal viele Leckereien).

Wir fahren in Richtung Laguna Cuicocha, um mal wieder zu wandern. Die Entfernungen in Ecuador sind so angenehm kurz und kurz vor Erreichen des Zieles treffen wir Petra und Klaus wieder. Helle Freude auf allen Seiten und so bleiben die beiden noch die Nacht zusammen mit uns an der Lagune.

Und dann heißt es endlich mal wieder Bewegung. Als ich mich anziehe, stellen wir fest, dass meine neu erstandene Jacke – erstaunlicherweise – farblich hervorragend zu meiner Mütze und sogar zu meinen Wanderstöcken passt. Die Umrundung der Lagune dauert gute 4 Stunden, ist ein nettes auf und ab und bietet tolle Blicke auf die Lagune. Und unseren müden und gut gefütterten Körpern tut es mal wieder richtig gut.  Allerdings merken KLUG und KLÜGER erst unterwegs , dass sie leider vergessen haben, die Speicherkarte in die Kamera zu tun ...


Ecuador: Laguna Cuicocha

Ecuador: Laguna Cuicocha - nice new jacket

Ecuador: Laguna Cuicocha - nice flower

Ecuador: Laguna Cuicocha Panorama

Abends landen wir in Otavalo, wo auch Klaus und Petra schon auf uns warten. Und endlich gibt es mal wieder eine richtig heiße Dusche. Mag sich komisch anhören, aber wir bewegen uns hier immerhin im Schnitt auf einer Höhe von 2.600m aufwärts und da kann es nachts schon mal kalt werden. Und wenn wir eines gelernt haben während der Reise, dann ist es das, dass eine gute heiße Dusche Luxus pur ist. Abends gibt es dann zur Feier des Tages und zum Wärmen von innen auch noch lecker Glühwein …

Aber schon am nächsten Tag zieht es uns in Richtung Cayambe. Hier soll man bis auf 4.800m zum Refugium fahren können. Die anfangs noch gute Straße wandelt sich allerdings bald und wird an einigen Stellen recht matschig. Für unsere Autos kein Problem, aber Klaus und Petra haben mit ihrer Kabine teilweise ordentlich zu kämpfen.

Ecuador: Reserva Cayambe - on the way to the top


Je weiter wir nach oben kommen, desto kälter wird es und fängt sogar an, zu schneien. Das Wetter ist nicht wirklich gut, und auf knapp 4.400m drehen wir dann um. Wir wären sicherlich noch weiter gekommen, aber der Schnee macht uns einen Strich durch die Rechnung. Die Nacht verbringen wir auf dem Hof einer einfachen Farm zu Fuße des Cayambe.


Ecuador: Reserva Cayambe - Cayambe

Ecuador: Reserva Cayambe - pretty high

Ecuador: Reserva Cayambe - what a Campsite ...

Leider ist das Wetter am nächsten Morgen immer noch nicht besser; der Cayambe lässt sich nicht mal erahnen – wir scheinen kein Glück zu haben mit den schönen Bergen.

Spontan beschließen wir also, in das schöne Wetter zu fahren: in Richtung Laguna Mojanda und dem Berg Fuya Fuya.


Ecuador: Reserva Cayambe - bad weather again

Ecuador: Reserva Cayambe - lets go ...

Ecuador: Reserva Cayambe - view in direction of Laguna Mojanda

Die Strecke dorthin ist wunderschön und auch die Laguna Mojanda ist ein landschaftlicher Leckerbissen.


Ecuador: Laguna Mojanda - on the way to ...

Ecuador: Laguna Mojanda - some fun

Ecuador: Laguna Mojanda

Leider merkt man an Tagen wie diesen wieder einmal, wie abgrundtief mies und erschreckend schlecht es doch um seine Kondition bestellt ist.

Der Hike startet auf 3.700m an der Lagune und endet auf dem Fuya Fuya auf 4.262m – also etwas über 500 Höhenmeter auf einer Strecke von knapp 2 km. Es geht somit 2 Stunden (das ist die Zeit, die ich benötige, um meinen Körper dort hochzuhieven …) stramm bergan. Am Ende schmerzt jeder Schritt erbarmungslos in Oberschenkeln und Waden – aber oben angekommen entschädigt der atemberaubende (nettes Wortspiel, denn ich bin wirklich meines Atems beraubt …) Ausblick für die Qualen.

Ecuador: Laguna Mojando - Fuya Fuya: hard work to get up

Ecuador: Laguna Mojando - Fuya Fuya: on the top2

Ecuador: Laguna Mojando - Fuya Fuya: Panorama

Ecuador: Laguna Mojando - Fuya Fuya: worth the pain

Wir fahren zurück nach Otavalo, freuen uns über eine gute Dusche, den Muskelkater am nächsten Tag und besuchen am Samstag den bekannten Markt.

Der Viehmarkt ist sehr traditionell und hier hat man das Gefühl, dass das Treiben noch recht authentisch ist. Hier wird so ziemlich alles feil geboten, was man sich vorstellen kann. Neben den Schweinen sind die Meerschweinchen "gigante" mit extra zartem Fleisch der Renner. Allerdings brennen sich mir die Schreie der kleinen Ferkel, die nach dem Verkauf zum Transport in Säcke gepackt werden in meine Seele.


Ecuador: Otavalo - Saturday Animal market: hustling and bustling

Ecuador: Otavalo - Saturday Animal market: so cute

Ecuador: Otavalo - Saturday Animal market: time for a break

Ecuador: Otavalo - Saturday Animal market: yummi guinea pigs "gigante"

Ecuador: Otavalo - Saturday Animal market: chicken ... still alive

Ecuador: Otavalo - Saturday Animal market: ... and ready for lunch

Dann geht es weiter zum richtigen Markt, den wir an sich persönlich nicht so aufregend finden. Aber hier gibt es endlich mal wieder sehr schöne Motive und interessante Menschen zu sehen – das haben wir seit Guatemala ein wenig vermisst.


Ecuador: Otavalo - people

Ecuador: Otavalo - Welcome Ecuador

Ecuador: Otavalo - people

Ecuador: Otavalo - nice hat :-)

Ecuador: Otavalo - also ...

Ecuador: Otavalo - lunch time ...

Ecuador: Otavalo - ... roasted pig

Ecuador: Otavalo - people

Ecuador: Otavalo - people

Ecuador: Otavalo - people

Ecuador: Otavalo - people

Ecuador: Otavalo - people

In Otavalo werfen wir unsere Planung mal wieder über den Haufen und beschließen, zuerst zur Küste zu fahren, um noch ein paar Wale sehen zu können.

Wir fahren mit Toni und Felix zusammen in einen kleinen Ort, der uns der Thermal Quellen wegen empfohlen worden sind. Allerdings sagen uns die Quellen nicht wirklich zu und das Wetter ist auch nicht so toll.  


Ecuador: Oyacachi - bad weather ... too bad for us

Somit fahren wir auf direktem Wege zum Pululahua Krater – denken wir. Aber falsche Koordinaten, die Wahl über kleine Seitenstraßen zu fahren und der zuerst falsche Eingang zum Krater tun ihr Übriges.

Im Dunkeln kommen wir dann endlich im Krater an und sind ziemlich kaputt. Nichtsdestotrotz halten wir an unserem Plan fest, am nächsten Tag eine Kraterumwanderung zu starten.

Was folgt sind knapp 8 Stunden laufen ohne nennenswerte Pausen (meist bergan!!!); wir verlaufen uns zweimal (ein paar Schilder wären bei den unzähligen Verzweigungen wirklich hilfreich …) und schaffen wohl gut 20 km. Nicht zu vernachlässigen sind die fast 1.000 Höhenmeter. Zum Schluss dürfen wir uns dann noch durch Dickicht den Berg herunter kämpfen. Und was ist die Belohnung? Keine Sicht auf nichts, denn Ausblicke bietet der Weg nicht wirklich. Die Wanderung dient einzig und alleine unserem Ego und abends fallen wir ziemlich müde ins Bett.


Ecuador: Pululahua Crater - really bad view from the "top"

Ecuador: Pululahua Crater - on the top

Ecuador: Pululahua Crater - on the way down

Ecuador: Pululahua Crater - after the hike

Aber unser Stellplatz samt Umgebung ist wunderschön, das Wetter herrlich und ein deftiges Frühstück hebt unsere Stimmung zusätzlich.


Ecuador: Pululahua Crater - Campsite

Ecuador: Pululahua Crater - breakfast: chilli and coffee

Wir fahren zum eigentlich Mirador (den wir fälschlicherweise als Eingang gehalten haben) zurück und haben von hier einen tollen und freien Blick auf den gesamten Krater.


Ecuador: Pululahua Crater - Panorama

Dann queren den Äquator zum zweiten Mal – das erste Mal bereits zwei Tage zuvor mit Toni und Felix. Wir lassen nichts aus im Hinblick auf dieses „Ereignis“, besuchen den Sonnentempel, die Mitad del Mundo und lassen ein rohes Ei auf einem Nagelkopf stehen.


Ecuador: first Equator crossing - Cayambe: solar clock

Ecuador: second Equator crossing - Mitad del Mundo: balancing an egg

Ecuador: second Equator crossing - Mitad del Mundo

Ecuador: second Equator crossing - Mitad del Mundo: Temple of the sun

Ecuador: second Equator crossing - Mitad del Mundo: nice souvenir

Über die wunderschöne Ruta Ecologica fahren wir durch typischen Nebelwald ins nur noch 1.300m hohe und überschaubare Mindo. 


Ecuador: Mindo - Ruta Ecologica

Ecuador: Mindo - Ruta Ecologica

Hier bleiben wir einen Tag, um uns im Hinblick auf die Küste zu akklimatisieren. Und das Klima ist ein Traum. Tagsüber schön warm und nachts herrlich kühl. Unser Stellplatz ist toll und ich verliebe mich mal wieder …

Ecuador: Mindo - nice and small

Ecuador: Mindo - in love again :-)

Ecuador: Mindo - green Campsite

Da Stefan mich seit Jahren nervt, dass er irgendwann mal einen richtigen Panama Hut haben möchte, bleibt der obligatorische Stopp im Panama-Hut-Mekka-Montechristi nicht aus. Einige Hüte später wechselt dann ein wirklich schönes Stück seinen Besitzer und Stefan strahlt.


Ecuador: Montechristi - Sombrero Factory

Ecuador: Montechristi -the making of a Panama Hat

Ecuador: Montechristi - a new man :-)

Ecuador: Montechristi - The factory

Gegen Nachmittag kommen wir dann auch endlich in Salango an, wo wir mit Petra und Klaus verabredet sind. Unser Stellplatz ist ein Traum. Hoch oben auf einer Klippe mit direktem Blick auf die vorbeischwimmenden Wale.


Ecuador: Salango - what a nice spot

Ecuador: Los Frailes

Und da die Wale der eigentliche Grund sind, warum wir an die Küste gefahren sind, geht es zwei Tage später dann auch auf See. Wir sind zu sechst und können somit unsere eigene Tour starten, was es sehr angenehm macht.


Ecuador: Salango -the crew of the Whale Watching Tour

Nach einer kurzen, schnellen und mehr als wackligen Fahrt (erstaunlich, wie sehr sich so ein kleiner Kahn zur Seite neigen kann, ohne zu kippen …) aufs Meer hinaus haben wir dann auch wirklich Glück. Um uns herum sind auf einmal 4 Wale – ein wahnsinnig schöner Anblick.


Ecuador: Salango - Whale Watching

Ecuador: Salango - Whale Watching

Ecuador: Salango - Whale Watching

Auf dem Rückweg kommen wir dann noch an einer Kolonie Blau-Fuß-Tölpel vorbei (keine Ahnung, ob die so heißen, aber sie haben eben schön blaue Füße). Den ganzen Ausflug beenden wir ganz nett mit einem leckeren Fischessen; ein perfekter Tag.


Ecuador: Salango - Boobie

Da uns erzählt wurde, dass man nicht in Ecuador gewesen sein kann, ohne „Meier“ kennengelernt zu haben, geht es an der Küste entlang wieder ein Stück nach Norden.

Meier kommt aus Ost-Berlin und ist ein unbeschreiblich lustiger Kerl, der in San Clemente eine Bar hat. Wir feiern hier mit Petra und Klaus bei einer Pizza Abschied – leider mal wieder, aber hoffentlich nicht für immer!!!


Ecuador: San Clemente - Sabor Bamboo Meier: MEIER

Ecuador: San Clemente - Sabor Bamboo Meier: Goodbye again

Ecuador: San Clemente - Sabor Bamboo Meier: Road-Camping

Der Trend geht zum Dritt-Hut … das scheint zumindest Stefans Devise zu sein. Also machen wir noch einen Abstecher ins nette Montechristi. Diesmal geht es ins Zentrum, denn außerhalb kennen wir ja alle Modelle schon vom letzten Besuch. Ein schöner Laden ist schnell gefunden und so komplementiert eine weitere Kopfbedeckung schnell Stefans Sammlung (wieder samt Caja und hier streike ich, denn wir haben ja schließlich nur einen kleinen Landy und keinen MAN). Während Stefan nun Eigentümer dreier Sombrero Finos ist, ergattere ich einen "5-USD-Made-in-China-Vollplastik-Sonnenhut" … den kann man rollen und ziehen und quetschen und der gerät sicher nie aus der Form.


Ecuador: Montechristi - different hats

Unsere Nacht verbringen wir wieder in der Destilleria Bonanza bei Joachim. Es wird ganz deftig gegrillt und dazu gibt es lecker Selbstgebranntes.


Ecuador: Destileria Bonanza

Ecuador: Destileria Bonanza - Barbecue Time

Ecuador: Destileria Bonanza - Barbecue Time

Ecuador: Destileria Bonanza - Barbecue Time

Von der Küste geht es dann an einem Tag ins Landesinnere. Die Fahrt ist ein landschaftlicher Leckerbissen. Die Straße schraubt sich von 200m über Bananen, Kakao- und Teakplantagen hinauf auf über 4.000m und in wieder mal eine komplett andere Welt. Wir sind zurück in den Bergen.


Ecuador: from the coast to the Andes

Ecuador: from the coast to the Andes

Allerdings geht es für uns an diesem doch recht langen Fahrtag (über 400km und 10 Stunden) wieder ein wenig runter. Nach Banos, um den vor kurzem ausgebrochenen Vulkan Tungurahua zu sehen. Das Wetter ist allerdings schlecht, es regnet und als wir ankommen ist es dunkel. Also gönnen wir uns mal den Luxus eines Hostels.

Auch am nächsten Tag (Stefans Geburtstag) ist es schlecht, der Himmel hängt voller Wolken vom Vulkan keine Spur. Wir schlendern durch den Ort und an jeder Ecke werden hier Süßigkeiten wie Bonbons und Zuckerstangen hergestellt. Und es werden Cuy´s (Meerschweinchen) feil geboten. Eine nette Dame an einem Stand fragt uns, woher wir denn kommen. Als wir Deutschland antworten, sagt sie freudestrahlend, dass dies Meerschweinchen (sie sagt "Meerschweinchen" wirklich auf Deutsch) seien. Ja ja, wir wüssten das, nur wäre Meerschweinchen bei uns eben beliebte Haustiere und kein Grillgut. Sie antwortet darauf, dass die kleinen Meerschweinchen in Deutschland nichts gemein hätten mit diesen großen, leckeren und saftigen Meerschweinchen hier in Ecuador – wir verzichten trotzdem gerne auf das Grillvergnügen.


Ecuador: Banos - producing sweets

Ecuador: Banos - Guinea Pig

Ecuador: Banos - Nice Bridge

Nachmittags fahren wir – in der Hoffnung auf einen Blick auf den Vulkan – ins Luna Runtun über Banos. Von dort hat man einen tollen Blick auf den Ort und wohl den Vulkan … wenn er denn zu sehen ist. Aber uach ohne Blick auf den Vulkan genießen wir das leckere Essen und den tollen Blick auf Banos.


Ecuador: Banos - Luna Runtun: view to Banos

Ecuador: Banos - Luna Runtun: Birthday Lunch

Ecuador: Banos - Luna Runtun: Birthday Lunch

Am nächsten Tag ist das Wetter besser, aber noch nicht perfekt. Wir harren weiter aus und fahren auf die gegenüberliegende Seite des Tals. Aber immer noch alles voller Wolken. Also geht es zurück in den Ort zum Mittagessen und Brot kaufen (ja, wir haben es gefunden – das BESTE BROT seit Kanada!). Und dann fahren wir wieder hoch zum Mirodor "Ojos del Volcano" und beschließen, die Nacht hier oben zu verbringen. Und unser Warten wird belohnt: am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang haben wir freien Blick auf den majestätischen Chimborazo und später dann auch auf den Tungurahua.


Ecuador: Banos - Sunrise: view to the Chimborazo

Ecuador: Banos - Sunrise: view to the Amazonas

Ecuador: Banos - view to the Tungurahua

Wir können Banos nicht verlassen, ohne nicht noch ein großes Brot zu kaufen (am Vortag haben wir von 2 Deutschen Reisenden auch noch eine kleine Tafel Milka Schokolade geschenkt bekommen – ja, die Deutschen wissen schon, was gut ist …) und dann geht es vorbei an zig kleinen Wasserfällen (jetzt verstehen wir auch, warum das hier die „Ruta de las Cascadas“ genannt wird), Touristenattraktionen wie Bungee-Jumping, Canopy und Zip-Lining und durch einige Tunnel.


Ecuador: Banos to Puny - many tunnels

Ecuador: Banos - the best bread since Canada ...

Wir landen am größten Wasserfall hier auf der Strecke, dem Pailon del Diablo. Das Besondere an diesem Wasserfall ist, dass man hinter ihn krabbeln kann – ein sehr nasses Vergnügen und wir verkneifen es uns, die Kamera hier auszupacken, denn das wäre einem Wasserbad gleichgekommen. Aber auch von unten ist der Diablo recht beeindruckend - und von hier können wir ohne Gefahr Bilder machen.


Ecuador: Pailon del Diablo

Gegen Abend landen wir dann im Oriente – also dem Amazonasgebiet. Wir finden einen tollen Platz zum Campen und schwören uns, am nächsten Tag mal rein gar nichts zu machen und nur zu lesen.

Die Vorsätze reichen genau bis zu dem Augenblick, in dem wir den Grund des säuerlichen Geruches in unserem Auto finden. Eine Tüte Milch ist ausgelaufen, hat sich schön in unserer Futterbox verteilt und angefangen sauer zu werden bzw. zu schimmeln. Also alles raus, aus- und abwischen und wieder rein. Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich noch waschen – so viel zum freien Tag.


Ecuador: Mishualli - cleaning the car

Und wenn man schon mal der grünen Hölle so nah ist, dann sollte man sie wohl auch erkunden (vielleicht möchte ich Stefan damit aber auch nur beweisen, dass ich Dschungel NICHT kategorisch ablehne). Wir begeben uns also auf die Suche nach einem netten Guide und haben Glück. Flavio ist hier aufgewachsen und kennt sich bestens aus. Was den Tag drauf folgt ist ein langer Wandertag.

Mit dem Auto geht es ein Stück weit raus aus der Zivilisation. Bevor wir denn eintreten in den Primär- und Sekundärwald (ein riesiges Ecoreservat) schmieren wir uns brav wie befohlen mit Moskitoschutz ein. Dann geht es los. Es folgen 7 Stunden Wandern; hoch und runter (wer hätte gedacht, dass es hier Hügel gibt – ist aber ein Vorteil, weil sich so in der Regenzeit keine Pfützen bilden und keine Malariamücken brüten können, aha …). Flavio ist wie ein kleiner Magier. Manchmal schnellen seine Hände ins Dickicht und er zaubert ein komisch aussehendes Insekt hervor, das uns niemals aufgefallen wäre. Wir lernen unheimlich viel über Pflanzen und ihren (medizinischen) Nutzen, über die unterschiedlichsten Tiere, die es hier gibt und wir probieren die komischsten Sachen. Zwischendrin pflückt er immer mal wieder Gräser, Blüten oder Palmenblätter, um daraus in kürzester Zeit kleine und wunderschöne Geschenke für uns zu zaubern.


Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: nice nails

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: break time

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: grasshopper

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: lunch time

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: mantis

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: looking like Toucans

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: painting on a mushroom

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: natural glasses

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: nice lips

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: spider

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: natural tatoo

Wir landen letztendlich in einem indigenen Dorf (nicht mal Elektrizität gibt es hier und die gab es bis dato eigentlich überall in Ecuador) und dort wird dann der Einbaum startklar gemacht, mit dem es für uns auf einem kleinen Fluss zurück in die Zivilisation geht. Eine wacklige, recht nasse, aber traumhaft ruhige und wohl einmalige Erfahrung.


Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: preparing the logboat Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: logboat ride

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: logboat ride

Ecuador: Mishualli - Jatun Sacha: logboat ride

Nach gut 10 Stunden sind wir zurück an unserem Auto. Kaputt, dreckig, nass, hungrig und durchgeschwitzt. Ein anstrengender, aber perfekter Tag. Und da es immer noch kein Wasser (gibt wohl Probleme mit dem Dorfbrunnen) gibt springen wir zum Schluss auch noch in den Fluss, um uns abzukühlen, einfach herrlich …


Ecuador: Mishualli - river bathing
Ecuador: Mishualli - river sunset

Dann aber endlich mal kommt der Tag, an dem wir gar nichts machen – mal abgesehen vom Waschen der schwitzigen Wäsche des Vortages. Wir liegen in der Hängematte, lesen, gehen baden und entspannen endlich mal.


Ecuador: Mishualli - Banana Lodge: Campsite

Ecuador: Mishualli - Banana Lodge: Hammock Place

Ecuador: Mishualli - Banana Lodge: Panorama

Ecuador: Mishualli - looking for fleas

Eigentlich ist ein weiterer Tag geplant, aber da in der Nacht zuvor ein Bagger unsere Nachtruhe gestört hat, um die Straße vor der Banana Lodge gut 1,5m tief auszuheben und uns dann geraten wird, das Auto doch ein wenig beiseite zu fahren, da die großen, nicht bagger-zerstörungs-fähigen Steine mit Dynamit beseitigt werden würden, ergreifen wir sicherheitshalber (und leider) die Flucht.


Ecuador: Mishualli - Banana Lodge: making a new road in front

Vom Oriente geht es mit einem Besuch in den wunderschönen heißen Quellen von Pappallacta und einem Abstecher nach Otavalo (um Klaus und Petra zu treffen) dann endlich in die Hauptstadt, nach Quito.


Ecuador: Pappallacta - Thermal Baths

Ecuador: Pappallacta - Pass Road

Ecuador: Otavalo - meeting Klaus and Petra again

Hässlich, hässlich, hässlich, hässlich – das ist das, was uns als erstes einfällt, als wir über die Außenbezirke nach Quito reinfahren. Wir haben Sonntag und die Stadt ist verkehrstechnisch erfreulich leer.

Wir finden den Weg zu unserem Hostel recht schnell, können hier campen und schauen uns nachmittags gleich noch die Altstadt an.


Ecuador: Quito - Historic Center

Ecuador: Quito - poor doggy

Ecuador: Quito - historic Center

Ecuador: Quito - Basilica

Quito ist für uns irgendwie ein „großes Fressen“. Wir besuchen wieder mal einen Burger Himmel, verwöhnen unsere Gaumen mit feinstem Sushi (danke Hermann!), füllen unsere Mägen mit frischen Würsteln aus Deutschland und liefern uns eine wahre Schnitzelschlacht; wird Zeit, schnell wieder zu fahren, sonst werden wir hier noch dick  ...


Ecuador: Quito - French Fries ...
Ecuador: Quito - ... burgers ... Ecuador: Quito - ... Sushi ...

Ecuador: Quito - real german Wiener Würstchen

Ecuador: Quito - and SCHNITZEL!!!

Machen wir sonst noch irgendwas Produktives? Ach ja, wir bekommen eine neue Matratze für unser Zelt (mittlerweile No. 3), ich finde eine schöne neue Jacke (kann man nicht genug haben) und wir erstehen in der Altstadt Quitos eine wunderbare und hochwertige Figur, die nun die Front unseres Autos schmückt.


Ecuador: Quito - a new matress for the tent
Ecuador: Quito - and a new jacket for me :-)

Ecuador: Quito - and for the car: the HULK2

Wenn ich bis jetzt gedacht hatte, dass der Supermaxi mein Lebensmittelhimmel ist, dann werde ich auf dem Weg zum Cotopaxi eines besseren belehrt. MEGAMAXI heißt mein neues Paradies; hier ist die Auswahl noch größer und vielfältiger. Nach einer weiteren exzessiven Lebensmittelaufstockung geht es auf die Ruta de los Volcanos, wo wir die erste Nacht mit Blick auf Cotopaxi, Pasochoa, Sincholagua und Ruminahui in einer Senke auf 3.400m verbringen.


Ecuador: Ruta de los Volcanos - Campsite

Am nächsten Morgen stehen wir mit der Sonne auf; allerdings zeigt sich der Cotopaxi leider nicht wie erhofft in bunten Farben. Auch müssen wir am Eingang des National Parks noch 1,5 Stunden auf den Einlass warten; dafür werden wir aber mit einem tollen Regenbogen über der wunderschönen Landschaft belohnt.


Ecuador: Ruta de los Volcanos - Rainbow in front of the Entrance

Ecuador: Ruta de los Volcanos - Rainbow in front of the Entrance

Ecuador: Ruta de los Volcanos - View to Cotopaxi

Und dann geht es rein in den National Park des Cotopaxi. Das Wetter ist durchwachsen und wir fahren hinauf zum Parkplatz des Refugios auf 4.600m. Von dort geht es dann weitere 200m zu Fuß hinauf aufs Refugio. Unsere Lungen sind dem Kollaps nahe und der tief sandig-steinige Weg macht das Laufen nicht einfacher. Oben angekommen gibt es erst mal heiße Schokolade zur Belohnung.


Ecuador: NP Cotopaxi - El Refugio: Parking Lot

Ecuador: NP Cotopaxi - El Refugio: New Record

Ecuador: NP Cotopaxi - El Refugio: Done !!!

Ecuador: NP Cotopaxi - El Refugio: Break ...

Ich – von unerklärlichem Ehrgeiz gepackt – versuche dann noch, an die untersten Ausläufer des Gletschers zu kommen. Als diese zum Greifen nah sind (meine Lungen weinen mittlerweile wirklich …), schiebt sich innerhalb von 5 Minuten eine graue Wand mit Nebel und Eisregen zwischen mich und mein Ziel. Da ich nur in Fleece-Jacke unterwegs bin und die Sicht unter 5 m liegt, mache ich mich wieder auf den Weg zurück … leider.


Ecuador: NP Cotopaxi - El Refugio: from above

Ecuador: NP Cotopaxi - El Refugio: Ice Boarder

Ecuador: NP Cotopaxi - bad weather

Auf dem Weg nach unten (wo unser Auto komplett spinnt, weiß raucht als würde es brennen, kein Gas mehr annimmt und wir eigentlich nur noch rollen) treffen wir dann Petra und Klaus, mit denen wir verabredet sind.

Es geht auf den neuen und offiziellen Campground des Parks zu Fuße des beeindruckenden Cotopaxi. Dieser zeigt sich abends nach einem heftigen Hagelregen von seiner besten Seite – dieser Vulkan bzw. dieser Sonnenuntergang mit Blick auf diesen magischen Berg ist definitiv ein Highlight der Reise.


Ecuador: NP Cotopaxi - Campsite

Ecuador: NP Cotopaxi - Cotopaxi: sunset

Ecuador: NP Cotopaxi - Cotopaxi: sunset

Am nächsten Tag wandern wir wieder. Es geht vorbei an der Lagune Limpiopungo zum Kraterrand des Ruminahui. Nach den Strapazen des Vortages ist diese Wanderung auf nur 4.000m Höhe ein echtes Kinderspiel. Das Wetter ist herrlich und auch hier werden wir wieder mit traumhafter Landschaft belohnt.


Ecuador: NP Cotopaxi - Laguna Limpiopungo

Ecuador: NP Cotopaxi - Ruminahui Crater Hike: Flowers

Ecuador: NP Cotopaxi - Ruminahui Crater Hike: Close to the Crater

Ecuador: NP Cotopaxi - Ruminahui Crater Hike

Ecuador: NP Cotopaxi - Ruminahui Crater Hike: On the Crater

Ecuador: NP Cotopaxi - Ruminahui Crater Hike: Panorama

Wir erkunden dann noch ein wenig den Park, kommen in einen heftigen Schneeregen und landen abends wieder glücklich auf dem Park-Campground.


Ecuador: NP Cotopaxi - Thunderstorm is coming ...

Ecuador: NP Cotopaxi - Section Medias Naranjas

Ecuador: NP Cotopaxi - SNOW

Der Cotopaxi zeigt sich an diesem Abend eher in kühlen Farben; wir haben eine sternenklare Nacht samt Vollmond – eine fast unbeschreibliche Szenerie.


Ecuador: NP Cotopaxi - Cotopaxi: after the snow

Ecuador: NP Cotopaxi - Cotopaxi: by night

Der Cotopaxi National Park ist ganz sicher ein absolutes Highlight der Reise und die Gegend ist so schön, dass uns der Abschied nach 3 Tagen regelrecht schmerzt.


Ecuador: NP Cotopaxi - Goodbye ...

Unser nächstes Ziel heißt Pasochoa; ein weiterer Vulkankrater, den wir zusammen mit Petra und Klaus tapfer auf einer sehr schönen Wanderung erklimmen.

Ecuador: Reserva Pasochoa - Hike to the Crater

Ecuador: Reserva Pasochoa - Hike Break2

Ecuador: Reserva Pasochoa - Crater Panorama2

Ecuador: Reserva Pasochoa - another break

Ecuador: Reserva Pasochoa - on the way down

Ecuador: Reserva Pasochoa - let´s have a shower

Ecuador: Reserva Pasochoa - Campsite

Ja, und dann heißt es wohl wirklich Abschied nehmen von Petra und Klaus. Da Petra sich für einen Kurzurlaub in Deutschland entschieden hat (und netterweise unser Auto ein wenig entlastet, indem sie ein paar Sachen mitnimmt), werden wir die beiden wohl nicht mehr treffen auf unserer Tour. Unser Ende ist absehbar und die Regenzeit naht, daher wollen wir nun wirklich ein wenig schneller machen. DANKE Petra und Klaus für die tolle, unterhaltsame und lustige Zeit, die uns so manche Stunde versüßt hat. Danke auch dafür, dass ihr uns an kalten Abenden Unterschlupf gewährt habt in eurem "großen Heim". Wir werden uns mal an die DoKo-Regeln machen, wenn wir wieder zu Hause sind …

Ecuador: Time to say goodbye ... we will miss youw

 
Für uns geht es weiter in Richtung Quilatoa-Loop zum Quilatoa Kratersee. Die Landschaft hier ist wieder mal wunderschön und geprägt durch tiefe Schluchten und Täler.

Wir sind gegen Mittag unterwegs und als wir an einer schönen Stelle langsam fahren, rennt auf einmal eine Horde Schulkinder hinter uns her; ehe wir uns versehen, erobern sie unser Auto und wir haben knapp 20 Mitfahrer. Da uns das aber zu heiß ist, dürfen leider nur 3 Kids hinten drauf mitfahren.


Ecuador: Quilatoa Loop  - Landscape

Ecuador: Quilatoa Loop  - please not too many ...

Ecuador: Quilatoa Loop  - Landscape

Bei schönem Wetter umlaufen wir in einem stetigen bergauf- und bergab den Kratersee. Das Wasser ist so grün, dass es schon fast unnatürlich wirkt. Aber uns bieten sich immer wieder tolle Ausblicke und unterschiedlichste Wegabschnitte.


Ecuador: Quilatoa Crater

Ecuador: Quilatoa Crater  - steep hills and ...

Ecuador: Quilatoa Crater  - ... sandy tracks ...

Ecuador: Quilatoa Crater

Ecuador: Quilatoa Crater  - strange landscape ...

Ecuador: Quilatoa Crater  - and steep paths

Ecuador: Quilatoa Crater  - Panorama

Was vermissen wir denn auf so einer Reise immer mal wieder? Gutes Brot und Käse. Das Brot haben wir gefunden; fehlt nur noch der Käse. Aber dem kann Abhilfe geschaffen werden, denn ein kleines verstecktes Örtchen namens Salinas hat sich auf die Produktion von hervorragendem Käse (und weiteren Köstlichkeiten wie Schokolade, Wein und Marmelade) spezialisiert.  

Die Fahrt dorthin führt über ein Hochplateau auf über 4.000m entlang an skurrilen Sandformationen und unendlichen Weiten. Wir können uns kaum sattsehen.


Ecuador: Peak of Carihuairazo

Ecuador: Salinas - high valley

Ecuador: Salinas - Sand Structures

Und dann landen wir in dem kleinen und recht gemütlichen Örtchen, dem Käse El Dorado. Zum Abendessen gibt es natürlich Brot, Käse, Salami und Wein, einfach lecker …

Am nächsten Morgen füllen wir nochmals den Kühlschrank mit weiteren 1,5 kg Käse – denn man kann ja nie wissen, wann sich wieder mal so eine Gelegenheit bietet.


Ecuador: Salinas - yammi dinner

Ecuador: Salinas - cheese, chesse and more cheese


Damit das Ganze nicht ansetzt, geht es hoch zum Chimborazo. Dieser liegt leider komplett in den Wolken. Aber wir lassen es uns nicht nehmen, aufs zweite Refugio zu spazieren. Anders kann man es nicht nennen, denn die knapp 200 Höhenmeter (von 4.800m auf 5.000m) machen uns erstaunlicherweise gar nichts aus.



Ecuador: NP Chimborazo - bad weather

Ecuador: NP Chimborazo - on the second refugio

Ecuador: NP Chimborazo - on the second refugio; on 5.000m

Ecuador: NP Chimborazo - Vicunas2

Unten am Parkplatz dann der Schock: eine ecuadorianische Familie hat uns einfach unseren Hulk entwendet! Stefan ist untröstlich, erschüttert, am Boden zerstört - denn er hatte große Pläne mit unserer Plastik-Kühler-Figur … nun müssen wir uns wohl wieder auf die Suche nach neuem Schmuck machen - aber ich denke, es wird nicht leicht, den Hulk zu toppen ...

Hartnäckigkeit zahlt sich manchmal aus, wenn man etwas sehen möchte, aber nicht den überteuerten Preis zahlen möchte. Von Alausi aus gibt es einen Zug zur Nariz del Diablo (Teufelsnase); dieser kostet regulär 25 USD bzw. 35 USD. Alternativ gibt es aber am Wochenende noch den Expreso Comunitario, der nur 6,50 USD kostet. Was aber nirgends steht: dieser Zug fährt nur ab 15 Personen. Da wir aber nicht mehr bezahlen wollen und zum Glück nicht alleine sind, lässt sich die Zuggesellschaft nach mehrmaligen Besuchen von uns am Ticketschalter erweichen und rollt den Schienenbus auf die Gleise.

Die Fahrt ist nett, mehr aber eigentlich auch nicht; und so sind wir froh, dass wir so hartnäckig waren nur 6,50 USD bezahlt haben.


Ecuador: Aluasi - Nariz del Diablo

Ecuador: Aluasi - Nariz del Diablo

Und da Sonntag ist, ist in Alausi auch Markttag. Als wir zurückkommen von unserer Zugfahrt schauen wir noch eine Weile dem bunten Treiben auf den Strassen Alausis zu.


Ecuador: Alausi - Market Day
Ecuador: Alausi - Market Day

Ecuador: Alausi - Market Day

Ecuador: Alausi - Market Day

Ecuador: Alausi - Market Day

Ecuador: Alausi - Market Day

Wir machen einen Abstecher über die Ruinen von Ingapirca. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Festung, sondern auch um eine Kultstätte der Kanari, die später auch von den Inka genutzt und ausgebaut wurde. Die Anlage ist klein, mit 6 USD Eintritt eigentlich zu teuer und auch vom Zaun aus recht gut einsehbar.


Ecuador: Ingapirca Ruins

Cuenca ist das nächste Ziel – und es gefällt uns mal richtig gut. Die Stadt wirkt so aufgeräumt und organisiert. Im Gegensatz zu unserem Stellplatz, der eher den Charme eines „chaotisch-schrottplatzigen-Bauernhofes“ hat. Wir waschen nach 17 Monaten mal wieder unsere Schlafsäcke (wow, meiner hat danach ein Volumen, das das halbe Auto einnimmt …) und versuchen, einen neuen Kocher zu bekommen – leider vergeblich.


Ecuador: Cuenca - nice buildings

Ecuador: Cuenca - people

Ecuador: Cuenca - church

Ecuador: Cuenca - Art

Ecuador: Cuenca - nice advertising

Nach 2 Tagen zieht es uns dann in den nahegelegenen National Park Cajas, wo wir die nächsten beide Tage bleiben und – wohl zum letzten Mal in Ecuador – unsere Wanderschuhe anziehen. Die Landschaft gefällt uns mal wieder richtig gut und wir erlaufen uns unzählige kleine Lagunen.


Ecuador: NP Cajas - Nice plant

Ecuador: NP Cajas - Bosque San Luis

Ecuador: NP Cajas - Just Green

Ecuador: NP Cajas - Lagoons, lagoons, lagoons

Ecuador: NP Cajas - hello ...

Ecuador: NP Cajas - Panorama

Da uns die Regenzeit im Nacken sitzt (wir haben leider wirklich seit dem Quilatoa Krater mit schlechtem Wetter zu kämpfen) und uns auch die Zeit langsam davon läuft, beschließen wir schweren Herzens, Ecuador nun in Richtung Peru zu verlassen. Letzer Stopp vor der Grenze ist Vilcabamba, bzw. der Podocarpus National Park.

Als wir in Vilcabamba ankommen ist Freitag und Feiertag. Nach einer Nacht, in der wir das Gefühl haben, dass uns ganz Vilcabamba ums Zelt herum tanzt, flüchten wir in den Podocarpus National Park.

Hier gefällt es uns richtig gut, es gibt alles, ist ruhig, wir haben Zeit, uns mal wieder neu zu organisieren (da wir nun einen neuen und dritten Kanister auf dem Dach haben, muss leider unser Moskito-Dome dran glauben – ein netter Busfahrer freut sich aber richtig über das Geschenk) und wir haben einen traumhaften Sternenhimmel.


Ecuador: NP Podocarpus - view to the Valley

Ecuador: NP Podocarpus - my fleece needs to go ...

Ecuador: NP Podocarpus - a new jerry can ...

Ecuador: NP Podocarpus - Milky Way

Nach 2 Tagen geht es dann zurück; wir hängen hier in Ecuador noch einen Tag dran, weil Stefan zum Zahnarzt geht, unser Auto einen Getriebeölwechsel bekommt und wir noch Kleinigkeiten einkaufen. 

Abends kochen wir dann mal nicht und genießen den letzten Abend in Ecuador bei einer Pizza …


Ecuador: Vilcabamba - Goodbye Dinner

Und dann geht es wirklich in Richtung Grenze. Aber Ecuador macht es uns nicht so leicht, denn die Straße ist nach ein paar Kilometern nur noch Schotter und feiner Staub oder Matsch. Und so kämpfen wir uns von Baustelle zu Baustelle, warten hier und dort und kommen dann am frühen Nachmittag an die Grenze.


Ecuador: Vilcabamba to the border

Ecuador: Vilcabamba to the border

Ecuador: Vilcabamba to the border
 

Ich glaube, wir sind noch nie in so einem verschlafenen und entspannten Grenzort gewesen. 2 kleine Büros, eine Straße, eine Wechselstube und keine Menschenseele. Unsere Ausreise dauert mit nettem Schwätzchen darüber, wie gut uns doch Ecuador gefallen hat, keine 10 Minuten. Auch die Ausreise des Autos dauert nur einige Minuten – gut, hier mussten wir den Beamten wecken, der im Hinterzimmer ein Nickerchen gehalten hatte. 


Ecuador: on the border to Peru

Ecuador, warum nur machst du es uns nur so einfach? Und dann rollen wir auf den Schlagbaum zu und sind im Niemandsland zwischen Peru und Ecuador. Wehmütig schauen wir zurück auf eine wunderbare und tolle Zeit, danke für alles Ecuador!!!


Gefahrene Kilometer in Ecuador: 4.258 km (Gesamtleistung: 61.332 km) - ROUTE


top






Resümee


ZU LAND und LEUTEN: Die Menschen sind so freundlich und offen, dass es Spaß macht, hier zu reisen. Allerdings bei Weitem nicht so „aufdringlich“ wie die Kolumbianer. Eine perfekte Mischung also.
Die Infrastruktur in Ecuador ist erstaunlich gut, die Straßen sind überwiegend neu und gut befahrbar. Die National Parks kosten seit neuestem kein Eintritt mehr und campen ist dort überall kostenlos möglich.
Die Lebensmittelverfügbarkeit ist großartig (Supermaxi sei Dank) und es fehlt einem wirklich an nichts. Ecuador ist das perfekte Reiseland! Wir hatten so eine tolle und beeindruckende Zeit, dass wir eigentlich gar nicht weg wollen …


ZUR NATUR
: Ecuador ist mehr als nur Bananen (wie wir beschämenderweise angenommen hatten…). Miniaturwunderland Ecuador nennen wir es … unglaublich, was sich hier auf kleinstem Raum alles an unbeschreiblich schöner Natur bietet. Von wunderschönen Stränden mit Walen über Nebelwald bis hin zu unglaublichen Vulkanen und Bergen und dem immergrünen Oriente. Jeder Tag bietet neue Highlights und einmalige Augenblicke.
Ja, Ecuador ist für uns ein absoluter Höhepunkt der Reise. Wir nehmen so viele und schöne Erinnerungen aus diesem Land mit, dass wir es so schnell nicht vergessen werden.



ZU UNS
: Wir sind selten so viel gewandert, haben aber auch selten so viel und gut gegessen wie hier. Wir verlassen Ecuador rundherum glücklich und entspannt. Wir können uns nur an schöne Tage erinnern und haben uns hier auf jeden neuen Tag regelgerecht gefreut. Ecuador ist Balsam für die Seele …


ZUM AUTO
: Ich neige dazu, das Auto zu personalisieren; sprich: das Auto hat genau wie wir gute und schlechte Tage. Manchmal schleppen wir uns im ersten Gang mit kaum merklichem Fortkommen den Berg hoch und dann wieder sprintet er auf über 4.000m herum, als wäre nichts. Wir haben uns damit abgefunden und nehmen es, wie es kommt.
Wir haben hier in Ecuador, dem Rost, der sich schleichend eingeschlichen hat, den Kampf angesagt. 2 Tage haben wir hart gearbeitet und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Ansonsten keine weiteren Probleme und stille Zufriedenheit.


ZUM SCHLUSS: wieder ein paar Fakten und Daten: 4.258 gefahrene Kilometer; 580 getankte Liter Diesel; Preis pro Gallone: ca. 0,80 € (ca. 0,21 € pro Liter Diesel); 59 Reisetage (somit 72 km pro Tag im Schnitt gefahren); Reiseliteratur: Reise Know How Ecuador; Kartenmaterial: Reise Know How Karte Ecuador; Autohaftpflichtversicherung: AIU Insurance K.H. Nowag; Sombreros Finos; Abschied von Petra und Klaus; Vulkane, Wale und Dschungel; unschlagbar günstiger Diesel; Supermaxi; neue Jacken; Höhenrekorde; Brot und Käse; wandern, wandern und noch mehr wandern; unvergessliche Natur; nette Menschen; Verschenken unseres Moskito-Domes; viele schöne Momente; nette neue Reisebekanntschaften; bunte traditionelle Kleidung; Futtern, was das Zeug hält und ein Abschied, der wahrlich nicht leicht fällt …


Die am meisten gebrauchten Gegenstände:  dicke Jacken, Kamera  und Sonnencreme ...



 



Copyright © 2009-2017 kontraer.com