Peru: close to Chimbote

Oktober 2012 - November 2012:
Peru

Mit Peru betreten wir "bekanntes" Terrain - und nun stehen wir da nach dem kurzen und schmerzfreien Abschied aus Ecuador, im Niemandsland zwischen Ecuador und Peru und warten, dass uns jemand die Schranke öffnet und einlässt.

Peru: welcome

Aber irgendwann erbarmt sich der nette Mann von der Aduana und kommt angeschlürft – ja, die Peruaner scheinen die Ruhe weg zu haben. Und wie immer: zuerst unsere Einreise und dann das Auto. Das Problem ist nur, dass der Mann von der Migration gerade nicht am Platz ist. Aber wir bekommen den Weg zu seinem Haus erklärt und sollen ihn einfach holen. Aha, aber wundern tun wir uns schon lange nicht mehr. Einige energische Türklopfer später streckt sich uns aus einem Fenster ein schmatzender nackter Oberkörper entgegen. Wir erklären dem Mann, dass wir gerne nach Peru einreisen möchten. Er schaut uns an und fragt nur: „Nach Peru einreisen? JETZT???“ Ja, wenn möglich dann jetzt … wir sollten warten, er bräuchte noch etwas Zeit.

Also machen wir auch erst mal Mittagspause und kümmern uns dann vorab doch um die Einreise des Autos. Irgendwann kommt dann auch der Mann von der Immigration gut gelaunt zurück in sein Büro. Mit unserer ausgefüllten Immigration-Karte müssen wir dann zur National Polizei, um uns einen Bestätigunsstempel (ob denn auch alle Daten stimmen - die Menschen hier scheinen großes Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu haben) zu holen. Der nette Beamte der National Polizei erwartet uns mit nichts außer Shorts am Körper in seinem Büro. Wir können uns ein Lächeln nicht verkneifen. Zurück zur Immigration, Stempel in den Pass, die Unterlagen fürs Auto abholen (und uns sagen lassen, dass wir das Auto nachts nicht alleine stehen lassen sollen, weil die eine Einladung zum Diebstahl wäre und wir aus Sicherheitsgründen auch keine Anhalter mitnehmen sollen … aha, gut zu wissen …) und fertig – Peru, da sind wir.

Peru: close to the border - nice "present"


Nach San Ignacio sind es noch knapp 50 Kilometer und wir haben es kurz nach 15h. Also alles kein Problem – denken wir. Wir kommen genau 15 Kilometer weit. Dann stehen wir an einer Baustelle und hier ist erst mal Stopp für die nächsten 2 Stunden. Richtig, wir müssen warten; 2 satte Stunden bis 18h und dann erst geht es weiter. Wir kämpfen uns im Dunkeln und im einsetzenden Regen durch Matsch und weitere Baustellen. Bis wir dann in San Ignacio einen sicheren Stellplatz im Gran Hotel für unser Auto gefunden haben und für uns ein Zimmer organisiert haben ist es nach 20h. Ein langer Tag, zu lange … 

Auf einer wunderschönen Strecke geht es am nächsten Tag weiter; zuerst vorbei an grünen Reisfeldern, die uns stark an Bali erinnern und dann führt die Straße durch ein tiefes Tal.

Peru: San Ignacio to Jaen - Rice Fields

Peru: San Ignacio to Jaen - Nice Bridge

Peru: San Ignacio to Jaen - Aha ...


Am Nachmittag kommen wir am Gocta Wasserfall, dem mit 771m dritt-größten Wasserfall der Welt, an. Hier im Ort ist gerade das 60-jährige Ortsjubiläum im Gange. Keiner möchte Eintritt von uns (was uns persönlich nicht stört) und wir campen auf einer Wiese vor einer Hospedaje. Das Angebot unten im Ort zu campen schlagen wir auf Grund der Feierlichkeiten lieber aus. Am Nachmittag machen wir uns auf in Richtung Wasserfall, welcher gerade nach dem stundenlangen Regen am Vormittag schon recht beeindruckend ist.


Peru: Gocta Waterfall

Zurück im Ort stürzen wir uns dann ein wenig ins Getümmel und schauen den Feierlichkeiten zu. Die Nacht wird dennoch laut und irgendwann haben wir sogar das Gefühl, dass uns die fröhlich musizierende Blaskapelle mitten durchs Auto läuft.

Und dann - endlich - ist auch bei uns mal wieder Zeit für Kultur. Unsere erste Kultur-Station in Peru heißt Karajira – eine Grabstätte der Chachapoyas. Nach einer Stunde erreichen wir den kleinen Ort Cruz Pata, von dem aus es zu Fuß weitergeht. In einer hohen Felswand stehen hier noch 6 der ehemals 8 Sarkophage und schauen ins Tal hinunter, wo sich einst ein Dorf befand. Eine Grabstätte mal anders …

Peru: Karajira Tomb

Peru: Karajira Tomb

Peru: Karajira Tomb - Bones

Peru: Karajira Tomb - Say it with Bones

Peru: Cruz Pata - Sleepy Dog

Peru: Cruz Pata - Simple Mud House


Wir beschließen, uns noch das in der Nähe befindliche Pueblo de los Muertos anzuschauen. In der Touristeninformation zahlen wir den Eintritt und bekommen eine grobe Wegerklärung. Mit dem Auto geht es dann los. Unterwegs fragen wir zur Sicherheit noch einen Bauern, ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden würden. Ja, aber der Weg wäre gar nicht schön, viel böser Matsch … also eine ganz andere Aussage als die, die wir in der Touristeninformation erhalten haben. Wir werden sehen ...

Und leider hat der Bauer recht. Nach nur einem Drittel des Weges geben wir auf. Nach dem Regen der Vortage ist der Boden aufgeweicht, der lehmartige Matsch setzt unser Reifenprofil schnell so zu, dass sich richtige Walzen um unsere Räder bilden und wir keine Traktion mehr haben, nicht mehr lenken können und nur noch den Hang unkontrolliert hoch oder runter rutschen.

Peru: Pueblo de los Muertos - Barro Feo


Peru: Pueblo de los Muertos - Barro Feo

Es geht zurück in den Ort, wo wir anstandslos unser Eintrittsgeld zurück bekommen. Man kann leider nicht alles sehen, aber wir sind schon ein wenig enttäuscht. 

Uns ist seit der Einreise in Peru aufgefallen, dass Gummistiefel hier die bevorzugte Schuhmode sind; und nach dem Durchfahren einiger paar kleinerer Orten wissen wir auch, warum: die Menschen hier leben wirklich im Matsch, denn nicht mal die "Gehwege" in den Orten sind befestigt.


Peru: muddy village roads ...
Peru: muddy village roads ...

Da wir es an diesem Tag nicht mehr zu unserem Ziel schaffen, und wir auch tanken müssen (wir bekommen bei den Preisen fast einen Herzinfarkt ...), machen wir halt in Chacapoyas. Der Ort ist wider Erwarten richtig nett und unser Lager für die Nacht schlagen wir auf dem öffentlichen Parkplatz mitten im Ort auf – die mit Abstand günstigste und sicherste Möglichkeit.

Und schon geht es weiter im Kulturprogramm: Kuelap. Die Festung Kuelap sitzt nahezu uneinnehmbar und fast unsichtbar auf einem Bergkamm. In ihren Glanzzeiten hat sie an die 3.500 Menschen (vom Volk der Chachapoyas oder auch Wolkenmenschen – wahrscheinlich, weil sie "über" den Wolken gelebt haben) beherbergt, die hier oben in Rundhäusern gelebt haben.

Peru: Kuelap - impressive Front

Peru: Kuelap - one of the three entrances

Peru: Kuelap - another of the three entrances

Peru: Kuelap - Round Houses

Peru: Kuelap - Plants and Trees everywhere

Peru: Kuelap - Panorama2


Da hier oben an der Ruine gerade gebaut wird und wir eigentlich vorhatten, hier zu campen, aber nun nicht zwingend auf einer Baustelle übernachten möchten, nötigen wir einfach ein nettes älteres Paar in der Nähe der Ruinen, auf ihrem Grundstück schlafen zu dürfen.

Peru: Kuelap - nice private Campspot


Es regnet die ganze Nacht (mal wieder), unsere selbstgebaute Regenschutzkonstruktion für die Hecktür leistet hervorragende Dienste. Dafür streikt unser Kocher; also gibt es kaltes (aber zum Glück bereits gebratenes) Hackfleisch auf Brötchen.

Am nächsten Morgen regnet es immer noch und wir fahren die nun recht matschige Straße zurück ins Tal und machen auf dem Weg nach Leimebamba einen Abstecher nach Revash; hierbei handelt es sich um rot und cremefarben verzierte Grabbauten, die auf einen Sims in den Kalksteinfelsen gemauert wurden.

Peru: Revash "Tombs"

Peru: Revash "Tombs"


Das schöne und großzügige Museum in Leimebamba, welches wir uns natürlich auch anschauen, stellt Utensilien der Chachapoyas und Mumien aus, die in Grabstätten an der nahe gelegenen Laguna de los Condores gefunden wurden.

Peru: Leimebamba - Mummy Museum


Da wir wieder keinen geeigneten Stellplatz finden, schlafen wir mitten auf dem Plaza in Leimebamba im Auto. Und ja, es regnet die ganze Nacht durch und so langsam haben wir keine Lust mehr auf Regen.

Die nicht geteerte Naturstraße führt uns über einen 3.600m hohen Pass (der Pass Barro Negro = Schwarzer Matsch macht seinem Namen alle Ehre ....) und der Regen der letzten Tage hat sie in eine einzige Schlammpiste verwandelt. Ich bin dem Heulen nahe, denn auf der einen Seite haben wir hohe Steinwände und auf der anderen Seite wartet der tiefe Abgrund. Zu allem Übel fährt sich vor uns auch noch ein LKW fest, so dass wir warten müssen.

Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin
Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin

Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin

Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin


Aber irgendwann sind wir dann wieder auf einer befestigten Straße – und ich möchte den Boden am liebsten küssen. Es geht in ein wunderschönes grünes Tal, nur um dann auf der anderen Seite wieder stetig nach oben zu führen ... was auch sonst. Neben der atemberaubenden (ja, ich traue mich kaum zu atmen) Wegstrecke lauern hier aber auch andere Gefahren ...

Peru: Pass Barro Negro- Leimebamba to Celendin: back on the pavement

Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin: green Valley

Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin: Coral Snake

Peru: Pass Barro Negro - Leimebamba to Celendin: and up again ...

Unterwegs begegnen uns dann immer wieder hoffnungslos überfüllte öffentliche "Transportmittel" – den Menschen scheint es aber nichts auszumachen, sie lachen und winken uns fröhlich zu.


Peru: Public Transport ...
Peru: Public Transport ...

Wir landen in Celendin und kommen hier in einem ganz neuen Hotel für 40 Soles (16 USD) unter, da wir dringend mal wieder eine Dusche benötigen. Das Auto steht sicher im abgeschlossenen Hof und wir freuen uns darüber, dass wir den stundenlangen Regen in der Nacht vom Hotelzimmer aus lauschen können.
Zugegeben: wir haben Startprobleme mit Peru. Zum einen macht uns der ständige Regen zu schaffen und dann haben wir Probleme, nette Stellplätze zu finden, da die Hostels alle keine Parkmöglichkeiten haben. Nach der ersten Woche Peru macht sich leider ein wenig Frust in uns breit.

Von Celendin aus bewegen wir uns nun langsam in Richtung Küste. Nach Celendin kommt allerdings eine Baustelle, die ihre Tore nur 3 mal am Tag für 2 Stunden für den Durchgangsverkehr öffnet. Dank Felix & Toni wissen wir aber, wann wir da zu sein haben. Wir sind ein wenig zu früh und kochen uns erst mal in Ruhe einen Kaffee und fahren bei Öffnung der Baustelle nicht wie die Peruaner wie wahnsinnig los Und so bietet sich die Zeit noch ein wenig mit den Leuten dort zu quatschen. Wir werden zum Mittagessen eingeladen und sind eine willkommene Abwechslung für die Leute, die dort täglich herumsitzen, um den Verkehr zu überwachen.


Peru: Celendin - on the street

Peru:construction side close to Celendin - what a time frame

Peru:construction side close to Celendin - taking care all day long2

Peru:construction side close to Celendin - and we got a yammi lunch

Unterwegs werden wir wieder mal Zeugen der beginnenden Regenzeit. Der Himmel sieht teilweise wirklich nach nahendem Weltuntergang aus - so lange man nicht mitten drin ist, wunderschön anzusehen.


Peru: nothern Highlands - the raining season
Peru: nothern Highlands - the raining season

Gegen Nachmittag landen wir in Banos del Inca. Die Nacht verbringen wir wieder auf einem 24-Stunden-Parkplatz, die Thermalquellen besuchen wir nicht (irgendwie verstehen wir das System nicht so ganz, da man wohl nicht einfach nur baden und entspannen kann, sondern Anwendungen buchen muss …), dafür aber die Ventanillas von Otuzco - kleine Höhlen in eine Felswand gebaut zur Beisetzung von Toten.


Peru: Banos del Inca - Ventanillas von Otuzco

Cajamarca als Stadt streichen wir für uns, da wir möglichst schnell weiter kommen möchten (um die Cordillera Blanca noch einigermaßen trocken zu erleben). Wir fahren in aller Frühe einmal durch Cajamarca, da wir uns noch schnell Cumbemayo – welches in der Nähe liegt – anschauen möchten. Der Morgen ist sonnig und wunderschön …


Peru: Cajamarca - Plaza
Peru: Cajamarca - Plaza

Peru: Cajamarca - Cumbemayo

Peru: Cajamarca - Cumbemayo

Peru: Cajamarca - Cumbemayo

Peru: Cajamarca - Cumbemayo

… bis so blöder Köter auf die Idee kommt, sich in meiner einladenden Wade zu verbeißen. Der Ausflug endet mit einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus (ich solle mir keine Sorgen machen, Tollwut gäbe es hier nicht und einen Impfstoff für Menschen auch nicht - na, dann wäre das ja schon mal geklärt) und dann geht es in einer längeren Tagesetappe weiter in Richtung Küste.


Peru: Cajamarca - Dog Bite
Peru: Cajamarca - Dog Bite2

Peru: Cajamarca to Trujillo

Peru: Cajamarca to Trujillo

Das Klima ändert sich mit jedem Kilometer und wir sind weit entfernt vom Regen der letzten Tage. Wir ziehen unsere Jacken aus, schwitzen und schauen verwundert auf die veränderte und karge Landschaft.


Peru: Coastal Desert close to Trujillo

Peru: Coastal Desert close to Trujillo

In Huanchaco finden wir dann endlich mal wieder einen Platz zum Campen (nicht gerade günstig, aber daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen) und gönnen uns nach dem Stress und der Fahrerei der letzten Tage mal wieder einen Tag Auszeit.


Peru: Huanchaco - Pelican

Peru: Huanchaco - Campspot

Peru: Huanchaco - Traditional Boats

Peru: Huanchaco - Turtle

Hier an der Küste regnet es maximal drei Tage im Jahr und wir haben Glück und erwischen genau diese diese Tage - wirklich unfassbar. Abends sitzen wir sogar in dicken Jacken herum. Aber wahrscheinlich ist es so herum besser als ein kompletter Temperaturschock, denn nach den kurzen Küstenabstecher geht es ja wieder in die Berge.

Wir schieben nochmals einen Tag Kultur ein – Chan Chan steht zuerst auf dem Programm. Chan Chan gilt mit 26km² als die gewaltigste Lehmziegelstadt der Welt und beherbergte in seiner Chimu-Blütezeit etwa 60.000 Einwohner. Zentrum von Chan Chan ist der Tschudi-Komplex samt Zeremonienplatz, 4m dickem Schutzwall und unzähligen Lehmreliefs.


Peru: Trujillo - Chan Chan: Guard
Peru: Trujillo - Chan Chan: Structure

Peru: Trujillo - Chan Chan: Structure and Reliefs2

Peru: Trujillo - Chan Chan: Structure and Reliefs
Peru: Trujillo - Chan Chan: Guard
Peru: Trujillo - Chan Chan: Thick Walls

Peru: Trujillo - Chan Chan: Thick Walls

Peru: Trujillo - Chan Chan: Relief

Dann geht es weiter zur Huaca de la Luna. Diese ist über 700 Jahre älter als Chan Chan uns gehört der Moche Kultur an. Hier sind im Prinzip 5 Tempel nach dem Zwiebelprinzip übereinander gebaut. Jede neue Generation hat seinen neuen Tempel einfach auf die vorherigen Tempel gebaut, so dass ein Stufen- oder Ebenensystem entstanden ist.


Peru: Trujillo - Huaca de la Luna: Relief
Peru: Trujillo - Huaca de la Luna: Relief

Peru: Trujillo - Huaca de la Luna: Relief

Peru: Trujillo - Huaca de la Luna: Backside

Peru: Trujillo - Huaca de la Luna: Painted Wall

Und dann ist unser kurzer Ausflug an die Küste auch schon wieder vorbei. Wir fahren die Panamericana ein Stück gen Süden. Was in Peru auffällt: hier werden gerne mal große Mengen oder Dinge transportiert ...


Peru: people love to transport huge amounts or big things Peru: people love to transport huge amounts or big things

Es geht zurück in die Berge. Auf die Cordillera Blanca - die wir bei unserem letzten Besuch leider nicht gesehen haben - freuen wir uns schon seit Ewigkeiten. Endlich mal wieder richtige Berge. Über eine nette Abkürzung geht es durch den Canyon del Pato (wir fahren durch insgesamt 48 Tunnel) nach Caraz, wo wir eine Nacht bleiben, bevor es am nächsten Tag zur Laguna Paron auf 4.200m geht.

Peru: Tanguche Road

Peru: Tanguche Road

Peru: Tanguche Road

Peru: Tanguche Road

Peru: Canyon del Pato - Tunnel

Peru: Canyon del Pato - Tunnel

Peru: Canyon del Pato - Funny sign

Peru: Canyon del Pato - Funny sign


Auf dem Weg dorthin treffen wir Toni und Felix wieder und verabreden uns für den nächsten Tag, da wir eine Nacht dort oben inmitten dieser unglaublich schönen Landschaft verbringen möchten.
Wir haben Glück mit dem Wetter und die unnatürlich türkisfarbene Lagune ist umrahmt von schneebedeckten Gipfeln – einfach nur unbeschreiblich schön.


Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paron: on the way Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paron

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paron

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paron

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paron seen from the Campspot

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paronview to the Pyr

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Paron

Wir vertragen die Höhe (immerhin sind wir lange nicht mehr so hoch gewesen) erstaunlich gut. Nach intensiven sportlichen Aktivitäten ist uns allerdings doch nicht. Der nächste Morgen ist herrlich sonnig und gut gelaunt, geht es wieder runter ins Tal, auf dem Markt kaufen wir noch ein wenig Obst und Gemüse, um uns dann wieder in Richtung Berge zu machen. Wir verbringen eine Nacht auf der Llanganuco Lodge, die wunderschön am Rande der Cordillera liegt.


Peru: Cordillera Blanca - Llanganuco Lodge

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Chinancocha

Wir haben uns vorgenommen, die Cordillera ausgiebig zu erkunden und uns genug Zeit zu nehmen. Und so schnüren wir mal wieder unsere Wanderschuhe und machen uns auf zur Laguna 69, welche auf 4.650m liegt. Das Wetter ist nicht so schön, aber wenigstens regnet es nicht. Und so kämpfen wir uns vorbei an wilden Bächen, strubbligen Kühen und lustigen Bäumen, um dann nach 3 Stunden und einigen Höhenmetern belohnt zu werden: die Laguna 69 funkelt tief türkis, eingebettet in mächtige weiße Gletscher. Ein wunderschöner Farbkontrast.


Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: nice stream

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: Highland Cow

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: The Team

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: Tree

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: Turquoise water

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: Panorama

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike

Peru: Cordillera Blanca - Laguna 69 Hike: way down

Für uns geht es dann über den ersten Pass in der Cordillera (es gibt 4 Pässe und wir werden sie alle fahren). Die Straße windet sich in unendlich vielen Serpentinen den Berg hinauf. Unser Blick fällt immer wieder auf die beiden Lagunen Chinancocha und Orconcocham, welche durch ihre funkelnde Farbe aus der Landschaft herausstechen. Aber das ganze Panorama hier oben ist einfach nur fantastisch und abwechslungsreich.


Peru: Cordillera Blanca - Pass Portuchuelo: too high???

Peru: Cordillera Blanca - Pass Portuchuelo

Peru: Cordillera Blanca - Abra Portochuelo: curves and more curves

Auf der anderen Seite des Passes Portochuelo finden wir dann auf knapp 4.500m eine Stelle neben der Straße, an der wir für die Nacht bleiben.


Peru: Cordillera Blanca - Pass Portuchuelo: Campspot

Am nächsten Morgen geht es dann weiter. Kleine und vor allem matschige Straßen ziehen sich auf der Nord-Ostseite des Nationalparkes entlang und uns wird irgendwann klar, dass wir es heute nicht mehr über den Pass No. 2, die Punta Olimpica schaffen.

Durch Zufall landen wir in einer großen Werkstatt der Organisation Don Bosco. Hier werden Einheimische qualifiziert ausgebildet und weitergebildet. Wir haben richtig Glück, denn diese Werkstatt hier kümmert sich um die Wartung von Einsatzfahrzeugen – vor allem Land Rovern. Und so kommt unser Auto in den Genuss einer geschulten Inspektion; mit dem Ergebnis, dass alles in bester Ordnung ist.


Peru: Cordillera Blanca - Chancas: Don Bosco Garage

Gut gelaunt geht es nun weiter zum zweiten Pass, der Punta Olimpica. Und wir haben Glück, denn der Himmel ist noch blau und so bietet sich ein freier Blick auf den höchsten Berg, den Huarascan. Es geht wieder in Serpentinen und mit Blick auf neue Lagunen die Berge hoch. Wir brechen einen neuen Höhenrekord und kommen den Gletschern sehr nah.


Peru: Cordillera Blanca - Mountain Huarascan

Peru: Cordillera Blanca - Punta Olimpica: Laguna Potaca

Peru: Cordillera Blanca - Punta Olimpica: New altitude record

Peru: Cordillera Blanca - Punta Olimpica: glaciers

Peru: Cordillera Blanca - Punta Olimpica: nice roads

Gegen Mittag erreichen wir dann Carhuaz und stärken uns erst einmal. Nach dem Mittagessen geht es zum Einkaufen auf den Markt und dann genießen wir einfach mal die Sonne und beobachten das bunte Treiben auf den Straßen.


Peru: Carhuaz - Lunch Time
Peru: Carhuaz - lets have a break

Peru: Carhuaz - People

Peru: Carhuaz - People

Peru: Carhuaz - People

Peru: Carhuaz - People

In der Nähe von Carhuaz befinden sich Thermalbäder mit heißen Natursteinhöhlen – das hört sich gut an für uns und wir freuen uns, unsere durchgefrorenen Glieder mal wieder richtig aufzuwärmen. Tja, zu freu gefreut. Liebe Peruaner, was glaubt ihr wohl, wie entspannend ein Besuch in einer Natursteinhöhle ist, wenn direkt vor der Tür erbarmungslos der Presslufthammer knattert und die Wände erzittern lässt??? Richtig, gar nicht …

Wir übernachten wieder im Garten der Hilfsorganisation Don Bosco und am nächsten Tag geht es für einen kurzen Besuch nach Huaraz.


Peru: Huaraz - Mural

Peru: Huaraz - Mural

Peru: Huaraz - Mural

Da uns der Ort aber nicht so wirklich zusagt zieht es uns dann doch wieder raus in die Natur. Wir campen auf dem Grundstück der Lazy Dog Inn Lodge und holen mal wieder unsere Wanderschuhe hervor.
Es geht zur Laguna Llaca; eher ein Spaziergang, da die Wanderung recht einfach ist. Die Lagune an sich erstrahlt diesmal nicht in einen knalligen türkis, sondern zeigt sich eher bescheiden grün. Dafür reicht hier der Gletscher bis direkt an die Lagune.


Peru: Cordillera Blanca - Laguna Llaca

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Llaca: Glacier

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Llaca: Glacier

Peru: Cordillera Blanca - Laguna Llaca Panorama

Und dann fängt es an zu regnen; und da ein Teil von KLUG und KLÜGER nicht auf den anderen hören wollte, wird er nun auf dem Rückweg ohne Regenhose ganz schön nass. Zu allem Übel knickt dieser Teil auch noch um, prellt sich seinen Knöchel und muss mit dem Auto „gerettet“ werden. Ein erfolgreicher Tag …



Peru: Cordillera Blanca - autsch

Hier in Huaraz trennen sich dann die Wege von Toni&Felix und uns mal wieder, da wir über Pass Nummer 3 nach Chavin fahren, um uns hier die archäologische Stätte von Chavin anschauen wollen. Die Fahrt führt uns wieder mal vorbei an einer wunderschönen Szenerie und die Strasse ist erstaunlich gut ausgebaut.


Peru: Cordillera Blanca - Laguna Querococha

Peru: Cordillera Blanca - Mountain Panorama

Da Stefan immer noch humpelt besuche ich die Ruinen alleine. Sie sind seit 1985 Welterbe der Unesco und gelten als einzige größere Anlage der Chavin Kultur. Es handelte sich hierbei wohl um ein religiöses Zentrum mit großen tempelartigen Strukturen über dem Erdboden und labyrinthartigen unterirdischen Tunneln und gerade das macht diese Ruinen so anders.


Peru: Chavin - Frontside of the Temple
Peru: Chavin - Cabeza Tenon

Peru: Chavin - Snake Stair

Peru: Chavin - Tunnel

Peru: Chavin - Tunnel

Um eine gute Balance zwischen Natur und Kultur zu halten, geht es für uns wieder in die Einsamkeit, wieder in den Nationalpark.

Hier gibt es die seltenen Puya Raimondii Pflanzen, welche zur Gattung der Bromeliengewächse. Sie werden bis zu 10 Meter hoch, 40-100 Jahre alt und blühen einmal in ihrem Leben, bevor sie sterben. Während ihrer Blütezeit tragen sie 6.000 – 10.000 Blüten und an die 10 Millionen Samen.

Wir haben Glück und finden einen netten Platz auf 4.400m direkt unter einer blühenden Puya Raimondii, unter der wir unser Camp für die Nacht aufschlagen. Allerdings ist es hier recht kalt und so kochen wir abends, während es leise dicke Flocken schneit.


Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: Campspot

Am nächsten Morgen erhaschen wir doch tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen, welche wir intensiv nutzen, um lustige Wesen zu entdecken und viele Bilder zu machen.


Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: Predator Dog

Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: Base

Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: Dead Plant

Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: Bloom Plant

Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: Hummingbird

Peru: Cordillera Blanca - Puya Raimondii: The Valley

Irgendwann pfeift Stefan mich dann aber zurück (sonst hätte der Platz auf der Speicherkarte wahrscheinlich auch nicht mehr gereicht) und es geht weiter in Richtung des vierten und letzten Passes. Und wieder ist die Strecke unglaublich schön und abwechslungsreich. Wir kommen Pasto Ruri Gletscher vorbei. Da Stefan immer noch humpelt, schleppe ich mich bis auf die Basis auf 5.000m hoch – dann fängt es an zu schneien. Und da ich im Röckchen und dünner Jacke herum hüpfe, ziehe ich vor, nicht weiter zu laufen, sondern gehe zum warmen Auto zurück.


Peru: Cordillera Blanca - Daily life in the mountains ...

Peru: Cordillera Blanca - Pasto Ruri Glacier

Peru: Cordillera Blanca - Pasto Ruri Glacier

Generell ist es hier oben recht kalt (eigentlich ja auch kein Wunder bei der Höhe ...) und es liegt Schnee. Aber irgendwie ist es auch schön, mal wieder Schnee zu sehen - und so kann ich meine Freude kaum im Zaum halten ...


Peru: Cordillera Blanca - SNOW!!!

Die Straße führt uns immer weiter in die Höhe, vorbei an grünen moosigen Tälern, mächtigen Gletschern, buntem Gestein und grandiosen Ausblicken.


Peru: Cordillera Blanca - Pass Yanashalla: green structures

Peru: Cordillera Blanca - Pass Yanashalla: Red River

Peru: Cordillera Blanca - Pass Yanashalla: Mirror View

Peru: Cordillera Blanca - Pass Yanashalla: Nice Landscape

Peru: Cordillera Blanca - Pass Yanashalla: What a view

Peru: Cordillera Blanca - Pass Yanashalla: Glaciar

Aber auch dieses Highlight (Stefan ist wieder mal genervt von meinen ewigen Fotostopps, denn wir wollen ja auch irgendwann mal irgendwo ankommen …) ist irgendwann vorbei und in dichtem Nebel geht es für uns zum versteinerten Wald Hatun Machay, welcher als Klettergebiet genutzt wird. Wir merken erst, dass wir am Refugio sind, als wir direkt davor stehen, so dicht ist die weiße Suppe, durch die wir uns quälen. Gegen Abend reißt der Himmel allerdings auf und erst da sehen wir Hatun Machay.

Bevor wir uns am nächsten Tag in Richtung Küste bewegen wird die Gegend noch ein wenig erkundet. Hier gibt es einige Höhlen mit prähistorischen Zeichnungen; da es in Peru allerdings zu viele historische Stätten gibt, können nicht allen Beachtung geschenkt werden. Und so werden diese hier von den Bergbewohnern einfach als Schutzunterstand für ihr Vieh hergenommen.


Peru: Hatun Machay - Sunset
Peru: Hatun Machay - Rock Structure

Peru: Hatun Machay - Cactus Flower

Peru: Hatun Machay -Typical House of the people here

Peru: Hatun Machay - Panorama

Peru: Hatun Machay - Cave Paintings

Peru: Hatun Machay - Cave Paintings

Die Straße an die Küste runter ist geteert und in bestem Zustand – und so heißt es: mehr Luft auf die Reifen. Wir kommen schnell voran; bis plötzlich ein nahezu unüberwindliches Hindernis vor uns auf der Straße lauert. Eine Spinne, so groß, dass es mir kalt den Rücken herunterläuft …


Peru: way back to the Coast - we need more air

Peru: way back to the Coast - huge spider ...

Wir umfahren das Hindernis großzügig (tatsächlich haben wir bei der immensen Größe des Geschöpfes Angst, was sie denn mit uns und dem Auto anstellen würde, wenn wir ihr zu nahe kommen würden …) und weiter geht es in Richtung Küste; bis uns die karge Küstenwüste und die Panamericana dann endlich wiederhaben.


Peru: way back to the Coast - green valley

Peru: back on the Panamericana

Da wir es an diesem Tag nicht mehr bis nach Lima schaffen, machen wir ca. 100 km im Reserva Lomas de Lachay halt für die Nacht. Es ist faszinierend; kaum biegt man von der Panamericana ab, kommt man in ein grünes Paradies. Hier verfängt sich der Küstennebel in den küstennahen Hügeln, die Feuchtigkeit sammelt sich und so schafft die Natur durch ein einzigartiges Mikroklima ein wahres Paradies.


Peru: Lomas de Lachay - Campspot

Und gegen Abend zieht dann der Nebel auf, der hier für das ganze Grün verantwortlich ist. Es ist eine dicke, schwere  und vor allem feuchte Suppe. So verziehen wir uns recht zügig ins Auto.

Am nächsten Morgen ist alles klatschnass – nur durch den Nebel – und die Sicht ist recht eingeschränkt. An der Küste ist es nicht besser und so schleichen wir mit blinkender Warnanlage in Richtung Lima.


Peru: Lomas de Lachay - foggy morning2 Peru: Panamericana - also foggy ...

Schon 30 km vor Lima wird es chaotisch. Man hat das Gefühl, dass der an sich schon schlecht autofahrende Peruaner hier noch schlechter fährt. Wir quälen uns ein wenig genervt (die fahren hier wirklich wie die Bekloppten…) mit Navi und Karte nach Miraflores in unser Hostal. Hier machen wir die nächsten 2 Tage erst mal gar nichts, widmen uns unseren Computern und erholen uns von der Fahrerei und der Kälte der letzen Wochen.


Peru: Lima - Miraflores: Working Time

Peru: Lima - Miraflores: Campspot Hitchhikers Hostal

Miraflores ist ein toller und angesagter Stadtteil in Lima mit direktem Zugang zum Strand. An guten Tagen starten und landen hier die Paraglider, die ihre Kreise entlang der Steilküste ziehen.


Peru: Lima - Miraflores: Paraglider

Peru: Lima - Miraflores: Paraglider

Wir erkunden Lima Centro, strollen ein wenig herum, besuchen eine Austellung von Elliot Tupac und ich freue mich über ein gaaanz tolles kleines Geschenk.


Peru: Lima - Miraflores: Mural

Peru: Lima - Centro: Plaza del Armas

Peru: Lima - Centro: Take care ...

Peru: Lima - Centro: Elliot Tupac

Peru: Lima - Centro: Elliot Tupac

Peru: Lima - Centro: Elliot Tupac

Peru: Lima - Centro: Passage

Peru: Lima - Centro: Restaurant

Peru: Lima - Centro: what a job ...

Peru: Lima - Centro: Pollo a la Brasa

Peru: Lima - Centro: nice present

Ansonsten futtern wir uns mal wieder großzügig durch alle kulinarischen Leckerbissen dieser Stadt und lernen einiges über Sushi – um die Ecke unseres Hostals ist eine nette und gute Sushi-Bar und wir werden langsam zu Sushi Freunden …


Peru: Lima - Miraflores: Sushi Time

… aber wir sind ja auch typisch deutsch und so darf ein deftiger Grillabend mit Bratwurst natürlich nicht fehlen.


Peru: Lima - Miraflores: Barbecue Night

Peru: Lima - Miraflores: Barbecue Night

Aber irgendwann (um genau zu sein nach satten 6 Tagen) ist es dann soweit Lebewohl zu sagen, denn der südliche Teil Perus wartet auf uns. Zusammen mit Toni und Felix geht es zum Reserva Paracas an der Küste.
Wie soll man diese Landschaft nur beschreiben? Wer Sand und Wüste liebt, der findet hier sicherlich einen Leckerbissen der Sonderklasse. Die Gegend ist so speziell und Paracas gehört für uns mit zu den Höhepunkten Perus. 

Und so verbringen wir 3 einzigartige, staubige und windige Tage in dieser unbeschreiblichen, kargen, sich stetig wechselnden, bunten und faszinierenden Welt. Wir fahren Dünen hoch und runter, kreuz und quer, grillen, buddeln, staunen, beobachten Fischer, Vögel, Seehunde, staunen mehr und machen unzählige Bilder – dieses Stück Land ist einfach der helle Wahnsinn.


Peru: Reserva Paracas - Shadow in the Sand

Peru: Reserva Paracas - Paragliding

Peru: Reserva Paracas - Campspot

Peru: Reserva Paracas - Fun in the dunes

Peru: Reserva Paracas - Jumping ...

Peru: Reserva Paracas - Colourful World

Peru: Reserva Paracas - Sandy Fun

Peru: Reserva Paracas - Lunch Time2

Peru: Reserva Paracas - Sandy Fun

Peru: Reserva Paracas - Sandy Fun

Peru: Reserva Paracas - Pelicans2

Peru: Reserva Paracas - Divers

Peru: Reserva Paracas - Fresh Octopus

Peru: Reserva Paracas - Just Desert

Peru: Reserva Paracas - Digging out the car

Peru: Reserva Paracas - Dunes

Peru: Reserva Paracas - Corals

Peru: Reserva Paracas - Famous Inka Cola

Peru: Reserva Paracas - Sunset Shadow

Peru: Reserva Paracas - Coastal Side

Peru: Reserva Paracas - Let´s go

Peru: Reserva Paracas - New front decoration

Peru: Reserva Paracas - Barbecue Time2

Peru: Reserva Paracas - Seals

Peru: Reserva Paracas - Landscape

Peru: Reserva Paracas - Landscape

Peru: Reserva Paracas - Campspot in the sunset

Peru: Reserva Paracas - Coloured Dunes

Aber immer noch nicht genug mit Sand, denn es geht in die Oase Huancachina. Die Oase an sich ist sehr touristisch und nicht haut uns nicht so vom Hocker, aber wir lassen es uns nicht nehmen, eine Sand-Buggy-Tour samt Sandboard-Einlage zu machen. Peru eben mal touristisch.


Peru: Oasis Huancachina

Peru: Oasis Huancachina - Sandbuggy Tour2

Peru: Oasis Huancachina - Sandboarding

Peru: Oasis Huancachina - Sandboarding

Auf dem Weg nach Nazca liegen etwas abseits der Panamericana Meeresfossilien in der Landschaft herum. Und so wird hier mal mit den Händen (anstatt wie in den letzten Tagen mit der Schaufel) gebuddelt.


Peru: close to Ica - Fossils
Peru: close to Ica - Fossils

Vor Nazca machen wir am Mirador halt, von dem aus man einige der Nazca Linien sehen kann. Allerdings kann man nicht wirklich viel sehen und so diskutieren KLUG und KLÜGER (nein, ab und zu sind wir nicht wirklich entscheidungsfreudig!!!), ob wir uns denn den Luxus eines Fluges gönnen sollen. Dieser schlägt mit 90 USD pro Person zu Buche und ist somit teurer als erwartet.


Peru: Nasca - Mirador

Man rät uns, morgens zu fliegen, da der Flug dann auf Grund von weniger Wind angenehmer sei. Da wir uns aber immer noch nicht entscheiden können, fahren wir einfach direkt zum Flughafen. Und hier wird uns die Entscheidung quasi abgenommen, da uns eine Gesellschaft irgendwie einfach auf einen ihrer nächsten Flieger bucht. Also gut, wenn es denn so sein soll …

Und dann – nach über 3 Stunden Wartezeit, die uns niemand erklären kann – geht es dann weit entfernt von morgens los. Schon kurz nach dem Start rüttelt und wackelt die kleine Kiste (4 Personen plus Pilot) immens, dass es uns ganz anders wird. Wir sacken stetig heftig nach unten weg (und damit auch unsere Mägen) und an den Linien fliegt der Pilot unzählige steile Kurven in beide Richtungen, damit man ja auch alles schön und ausgiebig sehen kann.


Peru: Nazca - Ready to fly

Peru: Nazca - Ready to fly

Krampfhaft mache ich fleißig Bilder, mein Rücken wird zusehends nasser und ich verkneife es mir mehr als einmal, nach der Kotztüte zu greifen. Stefan, der vor mir sitzt, wird auch immer ruhiger und als der Pilot nach knapp 30 Minuten den Rückflug ankündigt, können wir unser Glück kaum fassen. Viel länger wäre es bei uns beiden auch ganz sicher nicht gut gegangen.


Peru: Nazca - in the air

Peru: Nazca - Nazca Lines: Colibri

Peru: Nazca - Nazca Lines: Condor

Peru: Nazca - Nazca Lines: Tree and Hands

Peru: Nazca - Nazca Lines: Dog

Peru: Nazca - Nazca Lines: Spider

Peru: Nazca - Nazca Lines: Hands

Peru: Nazca - Nazca Lines: Monkey

Peru: Nazca - Nazca Lines: Astronaut

Vollkommen fertig, verkrampft und nassgeschwitzt und mit wackeligen Beinen steigen wir aus. Wow, bisher haben wir noch nie für solch einen Höllenritt so viel Geld ausgegeben. Wir bekommen ein Zertifikat, welches bescheinigt, dass wir den Flug gemacht haben; wundert uns, denn besser wäre: Sie haben den Flug überlebt!!!
Das Auswärtige Amt warnt vor den Flügen hier in Nazca und nun wissen wir auch, warum – also: bitte nur mit starkem Magen einsteigen und nicht nach 10 Uhr!!!


Peru: Nazca - The end ...

Wir können und wollen an dem Tag nicht weiterfahren und so bleiben wir noch eine Nacht in Nazca und bereiten uns auf die 2 tägige Fahrt nach Cusco vor, die uns wieder schön in die Höhe bringen wird.

Und richtig: die Straße, welche am Cerro Blanco (der mit 2.078m höchsten Sanddüne der Welt) und der Pampa Galeras (einem Vincunas-Schutzgebiet)  vorbeiführt, katapultiert uns innerhalb von nur 100 km auf ein 4.500m hohes Plateau.


Peru: Nasca to Cusco - Cerro Blanco

Peru: Nasca to Cusco - Pampa Galeras: Vincunas

Peru: Nasca to Cusco - Pampa Galeras: Vincunas

Hier bleiben wir erst mal für die nächsten Stunden und haben ganz schön mit der Höhe zu kämpfen; Übelkeit, Kopfschmerzen und jede kleine Bewegung ist zu viel. Irgendwann fängt es dann auch noch an zu schneien.


Peru: Nasca to Cusco - Highland Cow

Peru: Nasca to Cusco - Snow

Peru: Nazca to Cusco - nice river and bridge

Peru: Nasca to Cusco - Highland Panorama

Wir benötigen gute 8 Stunden für 390 km und sind froh, dass wir die Nacht ein wenig weiter unten verbringen können. Der zweite Tag führt uns durch grüne Täler und an dem mühsam behauenen Steinblock von Saihiute bis wir dann am frühen Nachmittag Cusco erreichen.


Peru: Saihuite - Stone
Peru: Saihuite - Stone

Peru: Saihuite - Stone

Peru: Saihuite - Stone2

Aus Zeitgründen haben wir uns selber irgendwann einmal vor die Entscheidung gestellt, ob Cusco und Umgebung oder Arequipa und Umgebung. Nach langem Überlegen haben wir uns dann für Cusco entschieden, da wir dies einfach netter in Erinnerung haben von unserem Besuch 2006. Aber 6 Jahre sind eine lange Zeit und so werden wir nun konfrontiert mit ordentlichem Verkehr, Massen von Pauschaltouristen, hunderten von Edel-Juwelieren und schicken Boutiquen und einem irgendwie nicht mehr so verträumten Cusco.

Wir nehmen uns einen Tag Zeit, die Stadt nochmals zu erkunden und finden zum Glück immer noch kleine versteckte nette Märkte, wo man schöne und bunte Dinge zu günstigen Preisen kaufen kann. Aber die Stadt stellt sich ein auf Massentourismus und das merkt man (leider) sehr schnell.


Peru: Cusco - Panorama

Peru: Cusco - Santo Domingo

Peru: Cusco - Plaza del Armas

Peru: Cusco - Stone with 12 Edges

Peru: Cusco - Pudding to eat on the Market

Peru: Cusco - Frogs to eat on the Market

Und so machen wir uns nach 2 Tagen auf ins „Heilige Tal“, um uns die großen Ruinen in der Umgebung anzuschauen. Denn auch der Besuch von Machu Picchu ist bei weitem nicht mehr so einfach und mit einigen Einschränkungen verbunden – daher entscheiden wir uns gegen einen zweiten Besuch und behalten diese wunderbaren Ruinen in stiller Erinnerung.


Peru: Sacred Valley - Machu Picchu: 2006
Peru: Sacred Valley - Machu Picchu: 2006

Peru: Sacred Valley - Machu Picchu: 2006

Peru: Sacred Valley - Machu Picchu: 2006

Stattdessen statten wir dem ebenfalls beeindruckenden Pisac einen Besuch ab. Pisac ist eine Inka-Zitadelle, welche auf einem Plateau thront. Zu Fuße schwingen sich halbkreisförmig anmutig viele Terrassen, auf denen die Inka landwirtschaftliche Produkte anbauten.


Peru: Sacred Valley - Pisac: Terraces
Peru: Sacred Valley - Pisac: Visitors

Peru: Sacred Valley - Pisac: Panorama

Es geht weiter ins nette Örtchen Ollantaytambo (leider für die meisten Leute nur Durchgangsstation nach Machu Picchu), wo wir die Nacht verbringen, um uns am nächsten Morgen die hiesigen Ruinen anzuschauen.

Und wieder sind wir begeistert von der Größe und Lage der Ruinen. Und vor allem von der präzisen Bauweise und den gigantischen Mauern der Inka.


Peru: Sacred Valley - Ollantaytambo: Stairs
Peru: Sacred Valley - Ollantaytambo: Terraces

Peru: Sacred Valley - Ollantaytambo: Templo del Sol

Peru: Sacred Valley - Ollantaytambo: Wall

Peru: Sacred Valley - Ollantaytambo: Panorama

Und weiter geht es im totalen Inka-Kultur-Programm. Wir fahren nach Moray; hierbei handelt es sich wohl um eine Forschungsstation. Angelegt sind insgesamt 3 riesige terrassenförmige Anlagen, bei denen jede Stufe ihr eigenes Mikroklima erzeugt. Erforscht wurde, welche Pflanzen wo und unter welchen Bedingungen am besten wachsen.


Peru: Sacred Valley - Moray: smaller terrace

Peru: Sacred Valley - Moray: smaller terrace

Peru: Sacred Valley - Moray: bigger terrace

Peru: Sacred Valley - Moray: bigger terrace

Zu guter Letzt geht es zu den Salinen, die die Inka angelegt haben, um dort ihr Salz zu produzieren und abzubauen. Auch heute wird hier noch fleißig Salz in den tausenden Becken abgebaut.


Peru: Sacred Valley - Las Salinas: Terraces
Peru: Sacred Valley - Las Salinas: Pools

Peru: Sacred Valley - Las Salinas: Pools

Peru: Sacred Valley - Las Salinas: Pools

Peru: Sacred Valley - Las Salinas: Panorama

Die Landschaft im Sacred Valley (oder heiliges Tal oder Valle Sacrado) ist wirklich wunderschön und abwechslungsreich. Vonn sattgrün, über rote Erde mit massiven Bergen im Hintergrund. Auch die Landwirtschaft wird hier noch sehr "klassisch" betrieben - per Hand bzw. per Ochsenkarren. Wir verbringen noch eine Nacht in Cusco, weil es für uns auf dem Weg liegt. Mit dem Verlassen von Cusco heißt es dann auch schon fast „auf Wiedersehen“ Peru. Denn es geht nur noch nach Süden, in Richtung Bolivien.

Peru: Sacred Valley - Landscape

Peru: Sacred Valley - Working the simple way


Allerdings machen wir noch 2 kleine Abstecher. Der erste Abstecher führt uns zu einer alten Inka Brücke, welche in der absoluten „Pampita“ liegt. Leider ist sie nicht begehbar, obwohl hier einmal im Jahr knapp 1.000 Menschen aus den umliegenden 4 Gemeinden Wartungsarbeiten leisten.


Peru: Livitaca - Landscape

Peru: Livitaca - Inka Bridge

Peru: Livitaca - Inka Bridge and Jorge

Peru: Livitaca - Inka Bridge: Material

Peru: Livitaca - Inka Bridge

Hier treffen wir auf Jorge, einen einfachen Bauern, der uns mehr als freundlich und höflich einlädt, bei sich auf dem Grundstück in der Nähe für die Nacht zu bleiben.
Die Menschen hier leben ein einfaches Leben inmitten ihres Viehs, heizen und kochen mit Kuhdung, scheinen aber in unseren Augen sehr zufrienden zu sein. Aber wir sind eine willkommene Abwechslung und so plaudern wir und Jorge freut sich über ein kühles Bier.


Peru: Livitaca - Jorges House in the Pampita

Weiter geht es über einsame Straßen in Richtung Süden. Irgendwann landen wir wieder auf dem Asphalt und kommen ein wenig zügiger voran. Wir machen einen weiteren Abstecher in den wunderschönen Canyon Tinajari, beschließen dann aber, möglichst nah an die Grenze heran zu fahren.


Peru: Canyon Tinajari

Peru: Canyon Tinajari

Peru: Canyon Tinajari

Unsere letzte Nacht verbringen wir in einem kleinen Ort 20 km südlich von Puno, denn weder Puno noch Juliaca sind besonders einladende Städte - und das ist schon mehr als freundlich formuliert.


Peru: Chucuito on the Lago Titikaka

Und dann fahren wir die letzten Kilometer in Peru. Unser Blick fällt dabei immer wieder auf den Titikakasee und die dahinterliegende Cordillera Real, welche schon zu Bolivien gehört. Ein wunderschöner Anblick.


Peru: Lago Titikaka and the Cordillera Real

Wir tanken unser Auto nochmals voll und dann stehen wir auf einmal schon an der Grenze. Und was soll ich sagen? Das ist mit Abstand die schnellste und einfachste Ausreise bisher. Wir bekommen unseren Ausreisestempeln, gehen zur Aduana und bekommen hier ebenfalls unseren Ausreisestempel fürs Auto. Das Ganze dauert keine 10 Minuten und wir fahren in Richtung Bolivien … auf Wiedersehen Peru, wir hatten eine schöne Zeit!


Peru: border to Bolivia


Gefahrene Kilometer in Peru: 5.020 km (Gesamtleistung: 66.352 km) - ROUTE
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Resümee


ZU LAND und LEUTEN: Zugegeben: wir hatten Startschwierigkeiten mit Peru. Wir haben keine schönen Stellplätze gefunden, das Wetter war mies und auch die Menschen sind – nach Ecuador und Kolumbien (was aber auch ein hoher Maßstab ist) – erst mal gewöhnungsbedürftig gewesen.
Dann: die Peruaner sind mit Abstand die miesesten Autofahrer, die wir auf unserer Reise bisher hatten. Man könnte manchmal sogar meinen, dass bei Ihnen der Verstand aussetzt, wenn es zu Situationen kommt, in denen man diesen benutzen müsste, um die Situation schnell und einfach zu regeln.

Aber wir haben uns schnell eingelebt und mit unserem Auftauen sind gefühlt auch die Menschen uns gegenüber aufgetaut (die Peruaner bleiben trotzdem schlechte Autofahrer!!!).
Das Land ist auch wieder extrem vielseitig und uns hat es an nichts (weder visuell noch kulinarisch) gemangelt. Es gibt gute Straßen, aber man kann auch problemlos seinen Spaß im Gelände haben, wenn man möchte.
Der Unterschied zwischen der Metropole Lima und den Menschen, die in den Bergen leben und ihre Felder noch mit einem Ochsenpflug bestellen, ist natürlich extrem. Aber hier ist Peru nicht das einzige Land.


ZUR NATUR
: dies ist unser zweiter Besuch in Peru und wir haben uns somit auf den Teil konzentriert, den wir noch nicht kannten – allerdings mussten wir feststellen, dass wir nur einen winzigen Teil von peru kennen bzw. kannten. Die Cordillera Blanca ist der absolute Wahnsinn und es hat uns dort so gut gefallen, dass wir alleine knapp 2 Wochen dort oben waren. Aber auch die karge Küstenregion samt Reserva Paracas oder die grünen und fruchtbaren Täler des heiligen Tales um Cusco herum sind wunderschön. Peru hat uns mehr als positiv überrascht und hat uns fast jeden Tag neue und unvergessliche Eindrücke geschenkt.


ZU UNS
: tja, wir hatten mit einem Hundebiss samt Folgen (starke Tabletten und Tabletten, die dann die Nebenwirkungen der anderen Tabletten bekämpfen müssen) und einem dicken gestauchten Knöchel zu kämpfen. Aber beides haben wir überlebt und hatten im Übrigen eine tolle Zeit in Peru. Wir haben Bauwerke sämtlicher Kulturen besichtigt und waren mal wieder richtig schön wandern.  
Wir haben städtisch lecker Sushi, aber auch ländlich deftig Kutteleintopf gegessen. Wir haben uns nette Sonnenbrände geholt, haben Todesängste über den Linien von Nazca ausgestanden, haben tolle Menschen kennengelernt und haben viel gelacht. Kurz: Peru hat uns richtig gut getan.



ZUM AUTO
: irgendwann in der Cordillera haben wir festgestellt, dass jemand versucht hat, in unser Auto einzubrechen. Dabei hat er – zum Glück nur – das Schloss kaputt gemacht. Das Auto hat eine kleine Inspektion in der Werkstatt der Hilfsorganisation Don Bosco erhalten und schlägt sich weiterhin sehr wacker – vor allem nach dem letzten Luftfilterwechsel. Leider ist uns ein elektr. Fensterheber am letzten Tag in Peru halb kaputt gegangen, so dass wir mal schauen müssen, was wir machen.


ZUM SCHLUSS:
wieder Fakten und Daten: 5.020 gefahrene Kilometer; 535 getankte Liter Diesel; Preis pro Gallone: ca. 4,22 € (ca. 1,11 € pro Liter Diesel); 43 Reisetage (somit 117 km pro Tag im Schnitt gefahren); Reiseliteratur: Lonely Planet Peru; Kartenmaterial: Reise Know How Karte Peru; Autohaftpflichtversicherung: AIU Insurance K.H. Nowag; Chimu, Moche, Chachapoyas, Chavin und Inka Kultur; massive Berge; aggressive Hunde; Küstenwüste; Sushi; teurer Diesel; Höllenritt über die Nazca-Linien; leckere Backwaren; Sand und Paracas; Sandboarden; türkise Lagunen; wilde Pässe; Matsch, Regen, Hitze und Schnee und jede Menge Spaß …


Die am meisten gebrauchten Gegenstände:  dicke Jacken, Sonnencreme und die Kamera.




 



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