Canada: Ölpumpen in Manitoba

Mai - August 2011:
Kanada




























Yukon

Die erste Stadt im Yukon ist Watson Lake. Irgendwie scheinen die Orte je weiter man gen Norden kommt immer mehr an Charme zu verlieren. Wir besuchen den Sign Post Forest (derzeit 71.275 Schilder aus aller Welt) – mehr gibt es hier auch nicht zu sehen.

Watson Lake Sign Post

Unseren Weg nach Dawson City setzen wir auf dem Robert Campbell Highway fort anstatt von Anfang an auf dem Klondike Highway, da dieser zum größten Teil nicht asphaltiert ist; somit nach viel Sonnenschein natürlich auch mehr als staubig. Und wirklich, in den 3 Tagen, die wir uns für die knapp 600 km Zeit lassen begegnen uns ca. 10 Autos. Die Strecke ist wunderschön und richtig einsam. Allerdings vermeiden wir Plätze an Seen, da die Moskitos doch immer in der Überzahl sind und sich gnadenlos über uns her machen.

Lonelyness on the Robert Campbell Highway
... and nice camps ...

... and nice lakes ...

Nach 600 km treffen wir auf den Klondike Highway, der uns nach weiteren 400 km nach Dawson City bringt. Wir kommen recht spät in Dawson City an und beschließen, uns erst mal einen Platz zu suchen, da es doch recht voll ist. Unsere Wahl fällt auf den staatlichen Campground, da die RV-Parks so gestopft voll sind, dass man keine 50 cm Platz lässt zwischen 2 Stellplätzen. Das können und wollen wir uns nicht antun. Daher verzichten wir lieber auf eine Dusche (bei uns erlebt derzeit der gute alte Waschlappen sein Revival; Duschen ist vollkommen überbewertet. Eine Schüssel mit Wasser, ein Waschlappen und viel Mut im Bezug aufs eiskalte Wasser tun´s auch).

Irgendwie kommen wir morgens auch nicht wirklich aus dem Knick und sind so immer die letzen, die irgendwo ankommen. Ehrlich gesagt, sind wir nie vor 12h auf der Strasse. Keine Ahnung, mit was wir die Zeit immer verplempern.

Am zweiten Tag ist es genauso: Aufstehen gegen 11h, dann in aller Ruhe frühstücken und Haare waschen (auch mit der Waschschüssel Methode – hier machen wir aber einen Teil des Wassers warm, weil alles andere echt wehtut).

Simple "Shower"

Bis wir dann alles zusammengepackt haben und im Auto sitzen ist es 13h. Wir könnten auch laufen, aber dazu sind wir zu faul. Außerdem brauchen wir dringend Trinkwasser und 40 l lassen sich nebst Einkäufen schlecht schleppen.

Abends treffen wir ein nettes Paar aus Lübeck, mit denen wir uns verquatschen. Ist aber auch wie verhext. Um 02h ist es immer noch taghell und so verliert man doch ein wenig das Zeitgefühl. Am nächsten Tag wird es noch später und wir beschließen noch einen Tag zu bleiben. Der Platz ist nett und Dawson ist ein nettes buntes Örtchen, in dem auch zu unserem Glück noch ein Musik Festival stattfinden wird. Wir laufen diesmal in die Stadt schlendern einfach so ein wenig herum. Man hat Dawson eigentlich in gut einer Stunde gesehen, aber irgendwie findet man trotzdem immer wieder kleinere Plätze, die zum Anhalten, Entdecken und Anschauen einladen.

Dawson City - Dredge No. 4
Dawson City - Dredge No. 4

Wir beschließen „spontan“ einen weiteren Tag zu bleiben, um uns das Musik Festival anzuschauen. Ist ziemlich genial, denn man muss sich nicht wirklich ein Ticket kaufen, um teilzuhaben. Direkt vor dem Zelt ist ein großer Biergarten, wo man die Musik hört und sich aufhalten kann, ohne zu bezahlen. Und der Eingang zum Zelt ist so groß, dass man jederzeit reinschauen kann. Zusammen mit Neil, den wir einen Tag vorher in Dawson getroffen haben und der den Dempster Highway mit dem Fahrrad gefahren ist (HUT AB!!!), haben wir eine Menge Spaß. Kurz vor Mitternacht gehen wir zu Diamond Tooth Gerties um uns die typische Touristen-Show anzusehen und ein bisschen Goldgräber-Luft aus vergangener Zeit zu schnuppern. Beim Spielen haben wir (oder besser gesagt ich) dann nicht so viel Glück, aber dafür umso mehr Spaß bis in die frühen Morgenstunden.

Show at Diamond Tooth Gertie
Gambling and ...

Am nächsten Tag – nach faulen 5 Tagen –schaffen wir es dann endlich, uns loszueisen. Aber wir werden ja auf dem Weg nach Alaska zurückkommen. Wir schlagen den Weg in Richtung Dempster Highway ein.

Ja, der berühmt-berüchtigte Dempster Highway. Knapp 800 km bis nach Inuvik. Hier gehen jährlich mehrere hundert Reifen über den Jordan. Der Dempster selbst ist eine nicht asphaltierte Strasse mit „Belag“ aus verschiedenen Erd- und Schottersorten (wobei wir jetzt gerade bei den Schotterbelägen verstehen, dass viele Reifen die Strecke nicht überleben). Als wir losfahren, haben wir durchwachsenes Wetter. Auch hier auf dem Dempster fahren die Truckfahrer doch sehr offensiv und schnell ...

More than fast ...

Die ersten Kilometer sind recht unspektakulär. Doch dann geht es los. Der Tombstone Territorial Park beginnt. Und damit auch das Staunen. Wir können uns nicht sattsehen an der Landschaft. Vulkanisch anmutende sanftere Hügel und schroffe Berge. Ein Farbenspiel, welches von gelb über grün bis hin zu rot reicht. Im Hintergrund hohe spitze Berggipfel. Und das alles in einem sattgrünen Tal. Die Landschaft hat etwas Magisches und wenn ich beim Schreiben daran denke, bekomme ich Gänsehaut. Es regnet leider die ganze Nacht durch und so beschließen wir an nächsten Tag gegen Mittag, weiter zu fahren, denn die Sicht ist mehr schlecht als recht. Die Straße, auf der vor am Tag vorher noch mehr Staub als zumutbar geschluckt haben, hat sich über Nacht in eine einzige Schlammstrecke verwandelt. Ich fahre das letze Stück und bestehe meine Feuertaufe mit dem Auto. An einer pfützenartigen tief schlammigen Stelle kommt das Auto während der Fahrt in nicht sichtbare Spurrillen und steht auf einmal schräg auf der Fahrbahn. Ich habe keine Ahnung wie, aber ich lenke und lenke und wir stehen wieder gerade. Stefan ist ganz ruhig und ich heule erst mal vor Schreck. Die 2,8 to. die wir auf die Waage bringen und der recht hohe Schwerpunkt machen sich doch bemerkbar.

Dempster Highway
Dempster Highway - Tombstone

Dempster Highway - Tombstone

Dempster Highway

Auf den Eagle Plains (km 371) lernen wir Olaf und Simone kennen, die seit 4 Jahren mit Hund und ihrem Gefährt unterwegs sind. Wir verquatschen uns wieder mal und bekommen ganz viele tolle Tipps für die USA. Wir müssen leider tanken und bekommen von Igor (ein Photograph, den es der Landschaft wegen hierhin verschlagen hat) den Ratschlag, noch 100 km weiter bis zur Grenze zu den Northwest Territories zu fahren, da wohl ungewöhnlicher weise bereits ein Teil der Porcupine Caribou Herde dort sein soll. Also machen wir uns auf und treffen um Mitternacht (und immer noch taghell!) am Arctic Circle ein. Von dort sind es noch 20km. Auf diesen 20 km schlägt das Wetter allerdings um: Wind, Nebel und Regen. Und die Caribous – wir können unser Glück kaum fassen und schlafen direkt an der Grenze Yukon/Nortwest Territorries, um am nächsten Morgen bei hoffentlich mehr Sicht Bilder machen zu können. Zu unserem Begleiter in dieser Nacht wird ein wohl hungriger Fuchs, der um unser Auto herumschleicht.

Hungry Fox
Northwest Territorries

Wir stehen das erste Mal richtig früh auf (07h!!!! und das zu recht mit drei Ausrufezeichen); die Caribous sind noch da. Allerdings mehr als schwer zu fotografieren, da sehr scheu und recht weit weg. Wir können uns dennoch glücklich schätzen.

Caribous
... and other animals

Es geht zurück zum Tombstone; die Straße ist entweder matschig und rutschig oder staubig, je nachdem ob es geregnet hat oder nicht. Und wieder kein Glück mit dem Wetter. Also wieder abwarten. Am nächsten Tag gehen wir hiken – mal wieder. Hört sich nicht schwierig an. Allerding machen wir 500 Höhenmeter auf ca. 1 km Strecke. Ich habe geflucht als gäbe es keinen Morgen mehr … aber die Quälerei hat sich mal wieder gelohnt. Beste Rundum-Blicke auf die herrliche Landschaft. Da das Wetter keine Besserung verspricht entscheiden wir uns abends zurück nach Dawson zu fahren. Der Abschied tut richtig weh, denn die Landschaft ist so atemberaubend schön und unvergleichlich. Wir können beide verstehen, dass die Leute hier hängenbleiben. Wir könnten uns das auch durchaus vorstellen …

Tombstone - Goldensides
Tombstone - Goldensides ... on the summit

Und wir bleiben auch noch einen Tag und eine Nacht in Dawson. Das Wetter ist – irgendwie zu unserem Frust, weil wir Tombstone verlassen haben – fantastisch. So können wir endlich mal Bilder von Dawson machen und es kommt mal Sommerfeeling auf. Abends geht’s wieder zu Diamond Tooth Gerties und haben wieder unseren Spaß bis in die frühen Morgenstunden. Dawson ist einfach nett. Das Leben ist so authentisch – wenn man mal über die touristischen Dinge hinweg schaut. Harte aber lohnenswerte Arbeit in den Goldminen, kleine genial schmuddelige Bars, in denen die Leute es abends richtig krachen lassen, ein richtig gut funktionierender sozialer Zusammenhalt zwischen die Menschen, die dort leben und eine wunderschöne Landschaft, die einen umgibt.

Dawson City
Dawson City

Da das Wetter am nächsten Tag immer noch sommerlich ist, krabbeln wir wieder recht pünktlich aus dem Bett, um uns in Richtung Top of the world Highway zu machen, der uns direkt nach Alaska bringen wird. Wir fahren zum ersten Mal mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Es geht zwar weiter, aber es schmerzt auch, weil wir wissen, dass wir hierhin wohl nicht zurückkommen werden (gut, man soll niemals nie sagen …).

Nach 107 km auf dem Top of the world Highway von dem aus wir in weiter Ferne nochmal einen Blick auf den Tombstone haben stehen wir mit gemischten Gefühlen an der Grenze zu Alaska.

Top of the World Highway

Der Yukon wird uns später noch mal wieder haben. Allerdings etwas weiter südlich auf dem Alaska Highway ...


... YUKON, die Zweite: wir überqueren die Grenze zum Yukon, diesmal von Alaska aus. Die Beamten an der Grenze sind nett, 2 Fragen (nach Waffen und Geld) und 2 Einreisestempel – keine 2 Minuten. Ja, und der Yukon begrüßt uns wie Alaska uns verabschiedet hat: mit viel Regen, nasskalten Temperaturen und tiefhängenden Wolken. Da es recht spät ist kommen wir nicht wirklich weit und suchen uns einen Schlafplatz und liefern uns eine wahre Fleischschlacht mit dem illegalerweise aus Alaska mitgebrachtem echten US-Beef.

Welcome back
... and again: RAIN

and more bad weather ...

Yummi, beef :-)

Am nächsten Tag geht es im Regen weiter. Wir haben uns im Geiste immer noch nicht von einem Gletscherflug verabschiedet und so fahren wir in Haines Junction den Airport an. Aber es macht keinen Sinn bei dem Wetter und wir harren eine Nacht im Dauerregen aus, um es am nächsten Tag nochmals zu versuchen – immer noch keine guten Bedingungen, also geht es weiter nach Whitehorse, der Hauptstadt vom Yukon (der Yukon hat ca. 34.000 Einwohner und gut 25.000 davon leben in Whitehorse). 

Und da das Fahren und vor allem das Beifahren im Regen ja so langweilig sind, erbarmt sich der liebe Stefan (denn das fällt ja so komplett gar nicht in seinen eigentlichen Aufgabenbereich bei der Rollenverteilung, die sich bei uns eingependelt hat …) meine durch die hiesigen Washer und Dryer gebeutelte Lieblingsjeans mit einer Kanada-Applikation zu verschönern bzw. den weiteren Verfall damit aufzuhalten. Vielleicht möchten wir auf diese Art aber auch nur DANKE sagen für unsere tolle Zeit in Kanada mit diesen unverschämt gastfreundlichen, offenen, netten und hilfsbereiten Menschen …

Lovely Canada

Wir bleiben eine Nacht dort und rufen am nächsten Tag wieder in Haines Junction an und wieder sagt man uns, dass die Bedingungen nicht gut sind – wir checken zusätzlich das Wetter in Haines Küstenort in Alaska), was wir uns als Alternative im Hinterkopf bewahrt haben, da die Strecke dorthin ein Traum sein soll. Aber auch hier nur schwarze Wolken und Regen. Somit schließen wir das Thema endgültig für uns ab (was nicht sein soll, soll nicht sein) und fahren mit einem Schwenker über Carcross nach Watson Lake.

Emerald Lake next to Carcross
Carcross

General Store in Carcross

Carcross Desert

In Watson Lake gönnen wir unserem Auto in Form von einem großen Service samt Ölwechsel (gutes Öl haben wir extra vorher in Whitehorse gekauft) und ganz viel Fett einen Tag Spa und Wellness. Wir lassen wegen der gleichmässigen Abnutzung auch die Reifen wieder rotieren (yep, unser Kompressor funktioniert und danach kann man bei Bedarf auch Eier drauf braten, da er nach ganzen 2 Reifen waldbrandähnliche Temperaturen entwickelt), da der Dempster seine Spuren - vor allem bei den Hinterrädern) hinterlassen hat. An dieser Stelle ein ganz dickes DANKESCHÖN an das Team von Campground Services für das kostenlose zur Verfügung stellen der Werkstatt. 

Servicetime
Servicetime


Im Zuge der großen Inspektion am Auto gönnen auch wir uns und ebenso unserer Wäsche mal wieder etwas Wasser und fahren am nächsten Tag bei Sonne in Richtung Süden und somit nach BC …

Alaska Highway

Ach ja, im Yukon alleine gibt es über 25 verschiedene Moskito Sorten. Und ich denke, ohne zu übertreiben, dass jeder von uns beiden von jeder Sorte mindestens 4-mal gebissen worden ist. Alles in allem müssen wir aber sagen, dass es mit den Moskitos bei weitem nicht so schlimm gewesen ist, wie wir uns vorgestellt haben. Wir hatten einige Plätze, an denen es zur Dämmerung wirklich schlimm gewesen ist, aber alles in allem war es erträglich.

Was uns sonst noch zu schaffen gemacht hat ist die Mitternachtssonne, sprich die Tatsache, dass es gar nicht mehr dunkel wird. Das wirbelte irgendwie unseren kompletten Lebensrhythmus durcheinander. Wir haben nie vor 22h abends gegessen und kamen dementsprechend auch nicht wirklich früh ins Bett und somit auch nicht früh raus. Man sollte meinen, dass man sich daran gewöhnt, aber man tut es nicht wirklich …

Midnight Sun at the Arctic Circle


Gefahrene Kilometer im Yukon: 3.423 km (Gesamtleistung: 18.211 km) - ROUTE










British Colombia


Das erste Mal überqueren wir die Grenze nach British Colombia in den National Parks. Während sich Banff und Jasper in Alberta befinden, liegen Kootenay, Yoho, Revelstoke und Glacier in British Colombia. Kurz nach dem Überqueren der „Grenze“ wird die Uhr auch wieder eine Stunde zurückgestellt.

Der Kootenay NP grenzt direkt an den Banff NP, so dass wir einige Hikes von unserem Campground im Banff NP aus gemacht haben. Der Highway durch den Kootenay NP endet in Raduim Hot Springs, welches nicht wirklich viel bietet. Danach geht’s dann ein Stück in Richtung Norden durch die Wetlands, welche wunderschön und tiefgrün sind. Durch Zufall landen wir in der Nähe von Kicking Horse auf einem niedlichen kleinen Campground, wo wir mal wieder Leute aus der Heimat treffen.

Von dort geht’s weiter nach Revelstoke durch den Glacier NP. Dieser ist – wie bereits geschrieben – leider noch komplett geschlossen, um die Bären zu schützen. Also bleibt uns hier nichts anderes übrig, als einfach durchzufahren und zu versuchen, möglichst viele Aussichten während der Fahrt zu genießen.

In Revelstoke machen wir für einige Tage halt, um wieder einmal eine Schlecht-Wetter-Periode zu überbrücken. Außerdem finden wir Revelstoke (auch wenn es nicht wirklich viel zu bieten hat) ganz nett und fühlen uns dort recht wohl. Im Revelstoke NP ist der Maedows auf the Sky Parkway nur zur Hälfte befahrbar. Wir versuchen den Rest zu laufen, aber der Schnee, welcher hier auch noch liegt, macht uns einen Strich durch die Rechnung.

Es geht über den Glacier NP zurück, diesmal in Richtung Yoho NP. Hier haben wir traumhaftes Wetter und angenehme Temperaturen. Auch hier hiken wir wieder – was bei gutem Wetter natürlich noch mehr Spaß macht. Von dort geht es dann zurück nach Alberta …

Zum zweiten Mal geht es auf dem Weg gen Norden nach British Colombia. Dawson Creek (auch Stadt der Mile 0 genannt) ist die erste Stadt in British Colombia und zugleich Beginn des Alaska Highways.

Dawson Creek - Mile 0

Die ersten 300 – 400 km auf dem Alaska Highway finden wir persönlich recht unspektakulär. Die Landschaft ist geprägt von Öl- und Gas Plants. Am zweiten Tag stellen wir fest, dass wir einen Schaden durch Steinschlag in der Windschutzscheibe haben. Da auf unserem Weg nach Norden erst mal keine Möglichkeit besteht, dies zu flicken und somit weiteren Schaden zu verhindern, bleibt uns nichts anderes übrig, als 150 km zurück zu fahren. Der Schaden ist innerhalb von 15 Minuten recht zufriedenstellend und auch kostengünstig behoben und wir fahren die gleiche Strecke zum zweiten Mal gen Norden. Nach gut 500 km kommen wieder diese landschaftlichen Aha und Wow-Effekte. Die Landschaft wird interessanter und ist nun wieder geprägt durch Berge und Flüsse.


Buffalo Crossing???
Alaska Highway
Passing km 800 Muncho Lake

Wir nehmen einige Provincial Parks mit und treffen einen Haufen netter Leute. Zum einen sind da Travis und Jennifer aus Montana, die uns einladen ein paar Tage auf der Farm ihrer Eltern zu verbringen, wenn wir in den USA sind.  Mit den beiden haben wir einen richtig lustigen Abend und bekommen einige Tipps für Alaska von Travis, welcher dort aufgewachsen ist.

Einen Park und ganze 70 km weiter treffen wir Ken und Heather, zwei Weltreisende, die alles richtig gemacht haben. Genug Geld in kurzer Zeit verdient und rechtzeitig die Notbremse gezogen und nun ständig am Reisen. Die beiden überlegen nur, wo sie als nächstes hinfahren. Und das auf eine ziemlich bodenständige Art und Weise. Mit den beiden hatten wir auch eine richtig lustige und feuchtfröhliche Zeit und wir freuen uns schon, sie weiter oben im Norden wiederzusehen. Da sie eine Menge Zeit in Mexiko und vor allem in der Baja California verbringen, sind wir nun gut ausgestattet mit vielen Karten und noch mehr wertvollen Tipps. Wir freuen uns jetzt schon auf Mexiko, denn hier ist es immer noch recht kalt.

Irgendwo auf dem Alaska Highway begegnet uns dann auch Scott alias Banal, welcher von Whitehorse nach Vancouver pilgert im Namen des Friedens. Er hat so viele Geschichten zu erzählen und es macht richtig Spass, ihm zuzuhören. Wir schenken ihm unsere letzten Äpfel bevor sich unsere Wege trennen, denn er ist leider in die andere Richtung unterwegs.

Banal ... please have a safe travel

Wir landen dann doch irgendwann in Watson Lake (km 963), wo wir den Alaska Highway verlassen und auf den Robert Campbell Highway wechseln werden, welcher bei weitem weniger befahren ist und bereits im Yukon liegt. Obwohl wir uns auch auf dem Alaska Highway nicht über zu viel Verkehr beschweren können. Unterwegs sehen wir so viel Wildlife, dass wir es fast nicht fassen können. 

Ok, Buffalos are crossing; and it´s better to stay away ...
... cause they are pretty fast ...


Und noch eine kleine nette Geschichte, die uns zeigt, dass Dachzelte hier nicht so wirklich verbreitet sind: am Muncho Lake kommen die Park Attendants (ein älteres Ehepaar) bei uns vorbei, schauen auf unser Dachzelt und sagen: " We don´t have bears here around; you dont have to be scared and you can sleep on the ground". Wir schauen uns beide an, weil wir nicht so genau wissen, was sie von uns wollen und meinen nur, dass wir keine Angst haben und dass alles in Ordnung sei. Darauf zeigen die beiden auf unser Zelt und meinen wieder: " No bears, you can put your tent on the ground, you don´t have to sleep on the top of the car...". Ah, jetzt haben wir es kapiert und erklären den beiden, dass das Zelt da immer stehen würde, weil es fest mit dem Dachträger verbunden wäre und dass das für uns normal sei. Irgendwie verstehen die beiden das nicht so, schütteln den Kopf und versichern uns vor dem Gehen nochmal, dass es keine Bären gäbe und wir keine Angst haben müssten. Niedlich ...


British Colombia, die Zweite: und es gibt sie doch … die Sonne in Kanada. Seit Whitehorse begleitet sie uns und somit auch, als wir unseren Weg gen Süden auf dem Steward Cassiar Highway einschlagen. 

Welcome back ... Stewart Cassier Highway

On the way to Stewart

On the way to Stewart

Da unsere Zeit für die USA läuft machen wir kaum halt und sind am ersten Abend in Hyder, Alaska. Es gibt keine US-Grenzposten, das Wetter ist super und wir haben den tollsten Schlafplatz. Am nächsten Nachmittag geht es allerdings schon weiter – und ich mit neuen 180 Tagen im Pass. Auf dem Campground finden wir jemanden, der dankbar unseren Milchschäumer nimmt – wir haben nämlich beschlossen, alle Dinge, die wir jetzt in knapp 3 Monaten nicht gebraucht haben, zu „entsorgen“. Auf dem Weg nach Prince George stellen wir fest, dass unser Verteilergetriebe ein wenig zu sehr schwitzt – zumindest sieht es jetzt, wo das Auto von unten mal wieder gereinigt ist, so aus. Da uns hierfür das Werkzeug bei der Inspektion gefehlt hat, konnten wir den Ölfüllstand nicht kontrollieren. Also fahren wir den Wagen in einer Werkstatt auf eine Hebebühne und lassen den Füllstand kontrollieren – alles in Ordnung. Im nächsten Canadian Tire (hier gibt es irgendwie einfach alles …) kaufen wir das fehlende Werkzeug und leisten uns gleich noch 2 neue Campingstühle. Unsere „Alten“ werden wir später in Vancouver leider vergessen. Nach all dem hin und her haben wir am frühen Nachmittag immer noch nicht viel geschafft von der geplanten Strecke. Und auch nach Prince George kommen wir nicht wirklich weit, da sich auf dem Highway ein Unfall ereignet hat und die Straße komplett in beide Richtungen gesperrt ist. Bizarre Geschichte: am Tag vorher verunglückt eine Frau auf der Strecke; sie überlebt schwerverletzt, aber man kann in dem Krankenhaus vor Ort nicht viel für sie tun und muss sie per Krankentransport verlegen. Der Krankentransport verunglückt allerdings (fährt in eine Stromleitung, welche kippt und dadurch auch eine Gasleitung beschädigt) und die Frau stirbt dabei …

Da keiner sagen kann, wie lange die Straße noch gesperrt sein wird (eventuell bis zum nächsten Morgen oder Mittag …) versuchen wir zusammen mit 2 Einheimischen einen alternativen Forstweg. Nach 3 Stunden (aber 10 gefühlten Stunden) landen wir dann doch wieder am Unfallort und haben Glück, da wir durchgeroutet werden. Unsere Wald-Abenteuer-Mitstreiterin Jolene lädt uns dann für die Nacht zu sich ein und wir nehmen dankbar an, da es mittlerweile regnet und mitten in der Nacht ist.

Nach einer kurzen Nacht kommen wir am früh los und schaffen es komplett bis nach Vancouver – irgendwie sind wir wirklich nicht wirklich schnell, denn wir brauchen knapp 12 Stunden für 700 km. Kommt vielleicht durch die vielen Stopps für Bilder machen, Espresso kochen, was essen, Toilettengänge, noch mehr Bilder ….

Highway 99 Highway 99

In Vancouver landen wir auf einem RV-Park, der noch schlimmer ist als der in Dawson City. Es ist wirklich faszinierend, wie viel RV´s die auf einen Platz pferchen.

Vancouver ist eine tolle, quirlige, multikulturelle Stadt mit vielen Facetten und  mit einem sehr hohen asiatischen Anteil; Chinatown ist recht groß und hält eine Menge an skurrilen „Lebensmitteln“ bereit.

Yummi Food in Chinatown


Wir erkunden Downtown zu Fuß von morgens bis abends, landen auf einem Brazil-Festival, genießen den Sonnenuntergang im Hafen und haben ein leckeres Thai-Curry zum Abschluss des Tages. Ein perfekter Tag.

Shopping time ... Vancouver Harbour


Eigentlich wollten wir Vancouver Island aus Zeitgründen ja streichen, aber irgendwie wollen wir das dann doch nicht und von dort aus kann man mit der Fähre auch direkt in die USA übersetzen. Also buchen wir für den nächsten Nachmittag die Fähre nach Vancouver Island. Den Vormittag verbringen wir damit, Ersatzteile für unser Auto aus England zu bestellen, die wir dann später in Wyoming bei 2 Freunden abholen werden. Bevor es auf die Fähre geht, schauen wir uns noch den bunten und lebendigen Stadtteil Granville an.

Vancouver seen from Granville Stone Art


Die erste Nacht auf Vancouver Island verbringen wir im Regenwald unter dichten, hohen und großen Bäumen. Es ist so dunkel und still, dass es einem fast schon Angst macht. Alles ist so satt grün und dicht, am Boden wachsen große Farne, man kommt sich wie in einem verwunschenen Wald vor.

Rainforest on Vancouver Island


Der Regenwald begleitet uns auch am nächsten Tag als wir verzweifelt einen Weg quer über die Insel an die Westküste suchen und auf den kleinen nicht mehr genutzten Forstwegen für die Abholzung herumirren. Aber letztendlich kommen wir doch an die Westküste. Der Strand ist ein Traum aus runden mit faszinierenden Mustern versetzen Steinen. Stefan muss mich wegzerren, damit ich das Gewicht von unserem Auto nicht mal schnell auf 3 to. anwachsen lasse. Es geht immer an der Küste entlang in Richtung Süden, in die Nähe von Victoria.

Dust on Vancouver Island Relaxing on the beach

Giant trees


Victoria ist klein, ruhiger und somit auch ein wenig langweiliger als Vancouver. Aber auch hier gibt es viele flippige Leute. Wir reservieren die Fähre nach Port Angeles, USA am nächsten Tag, trinken und essen unsere letzten Vorräte und gehen in wenig wehmütig, da wir Kanada und die vielen netten Menschen nun doch wirklich verlassen – wieder unter großen Bäumen – ins Bett.

Victoria on Vancouver Island "Nice" Entertainment


Die Abfertigung im Hafen geht schnell und ohne Probleme. Niemand schaut ins Auto oder möchte etwas von uns wissen und so rollen wir morgens um 10h auf die Fähre in Richtung „Land of free“.


Gefahrene Kilometer in British Colombia: 4.165 km (Gesamtleistung: 21.079 km) - ROUTE









Alberta

Irgendwie ist es so, dass wir beide die Vorstellung hatten, dass mit dem Überqueren der Grenze nach Alberta sofort die Rocky Mountains wie eine riesige Wand vor uns auftauchen würden. Dem ist aber nicht so. Auch in Calgary sieht man noch keine Berge.

Irgendwann dann aber kurz nach Calgary tauchen sie auf. Das war schon ein kleines Fest für uns, nachdem wir die letzte Zeit ja mehr oder weniger nur flaches Land um uns herum hatten und man kilometerweit sehen konnte.

Die erste Nacht haben wir direkt vor den Rockies verbracht mit bestem Blick. Leider hatten wir den am nächsten Morgen dann schon nicht mehr, weil es geregnet hat. Wir haben einen Stopp in Canmore gemacht und sind dann weiter nach Banff und haben dort fast die Krise bekommen. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Banff ist ein Ort aus der Retorte im schweizer Chalet-Stil mit einem Shop neben dem nächsten. Zudem wird hier größtenteils Kitsch vom Feinsten verkauft; eben alles angepasst auf absoluten Massentourismus.

Banff


Da es aber schon spät ist und wir noch einkaufen müssen, bleiben wir eben doch hier auf einem Campground. Eine komplett neue Erfahrung für uns. 618 (!!!) Plätze alleine nur für Zelte – und mindestens nochmal so viel für die Trailer und Camper. Hilfe, wir haben uns gar nicht wohlgefühlt, haben aber eine Dusche benötigt und die gibt es leider nur auf den größeren Campgrounds. Am nächsten Tag haben wir ordentlich Futter eingekauft (nicht, ohne nicht auch noch Mitglied bei Safeways zu werden, um die Mitgliederangebote nutzen zu können) und sind weiter auf einen kleinen Campground, wo wir uns den besten Platz direkt am Fluss und ein Stück nach hinten versetzt genommen haben. Und hier sind wir dann erst mal 4 Tage geblieben und haben unsere schwerfälligen Körper mal wieder in Bewegung gesetzt und sind hiken gegangen. Möglichkeiten und Hikes gibt es zur Genüge. Allerdings ist der Kanadische Sommer mal mindestens einen Monat hintendran (das zumindest erzählen sie uns hier – keine Ahnung, ob sie uns beschwichtigen wollen, oder ob es wirklich so ist …) und so stoßen wir ab 2.000 m immer wieder auf Schneefelder, die das Laufen nicht wirklich vereinfachen. Hinzu kommt, dass wir der Bären wegen immerzu bemüht sind, Lärm zu machen und uns lautstark zu unterhalten. Auch das macht das Laufen nicht einfacher und abends tun meisten die Hände vom vielen Klatschen weh. Aber wir steigern uns von Hike zu Hike und setzen uns immer höhere Ziele. Vor allem versuchen wir immer, die angegebenen Zeiten für den jeweiligen Hike zu unterbieten, auch wenn es damit verbunden ist, dass wir wie blöde den Berg herunterrennen, um die Zeit zu halten, weil wir bergan mal wieder zu lange getrödelt haben. Bis jetzt haben wir es aber immer geschafft. Ich hätte es ja nie für möglich gehalten, aber Bewegung macht Spaß und wenn man sich ein Ziel hart erlaufen hat, ist es noch viel viel schöner.

Boom Lake
Break after a long Hike


Wir machen einen Abstecher nach Lake Louise, um uns den sagenumworbenen Lake Louise und den Lake Moraine anzuschauen. Aber auch hier macht uns das Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung – zum Glück kommen wir hier später nochmal her und haben mehr Glück.

Von Banff aus fahren wir weiter durch den Kootenay National Park. Hier haben wir von unserem kleinen Campground aus bereits einen Hike gemacht. Leider haben wir auf der Fahrt wieder schlechtes Wetter und sehen kaum etwas. Auf dem Weg zum Revelstoke NP machen wir in Kicking Horse halt.

In Revelstoke angekommen waschen wir nach knapp 3 Wochen Enthaltsamkeit erst mal unsere gesamten Klamotten (Revelstoke liegt zwar in British Columbia, aber der Einfachheit wegen fasse ich alle National Parks unter Alberta zusammen) und bleiben dort ein paar Tage. Uns gefällt uns der Ort – obwohl er nicht wirklich viel zu bieten hat. 

Center of Revelstoke


Außerdem sitzen wir ein wenig das schlechte Wetter aus. Im Revelstoke NP laufen wir den einzig verfügbaren Hike (soweit wie möglich, da auch hier noch eine Menge Schnee liegt). Dann geht’s durch den Glacier NP zum Yoho NP. Zum Glück diesmal mit ein bisserl Sicht und gutem Wetter im Gepäck. Im Glacier NP ist kein einziger Hike geöffnet, da der Winter so hart war, die Bären weiter oben nichts zu fressen finden und daher nach unten kommen. Und zum Schutz der Bären (!!!) darf man eben zu diesem Zeitpunkt noch nicht laufen gehen.

Dafür ist Yoho umso schöner, was zum größten Teil wohl auch am Wetter liegen mag, denn wir haben Sonne und endlich mal etwas wärmere Temperaturen. Auch hier verausgaben wir uns wieder körperlich und fahren am gleichen Tag nach Lake Louise auf einen Campground mit Duschen. Duschen gibt es in den National Parks nur auf größeren Campgrounds und so kommt man um diese Plätze nicht wirklich drum herum. Hier in Lake Louise auf dem Campground fühlen wir uns wie in Jurassic Park, denn der komplette Platz ist mit elektrischen Zäunen umgeben zum Schutz von Bär und Mensch. Aber die Duschen sind heiß und das Wetter ist toll.

View from the Campground in Yoho NP
View from the Campground in Yoho NP

Upper Mt Hunter Lookout, Yoho NP

Electric Fences in Lake Louise


Am nächsten Morgen sehen wir den Lake Louise nochmal im Sonnenschein und auf unserem Hike erwischt es uns dann wieder eiskalt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es regnet und schneit und die Temperaturen fallen um gut 10 Grad. Die Nacht wird bitterkalt, am nächsten Morgen liegt Neuschnee auf den Bergen und auch der nächste Tag bringt keine Besserung. Wir machen Pause, da uns alle Muskeln weh tun – wir sind eben nicht mehr die Jüngsten und die letzten Jahre Extrem-Couching machen das nicht besser. Die vielen gemachten Höhenmeter der letzten Tage stecken uns doch ein wenig in den Knochen.

Lake Louise
Lots of visitors from all over the world

Lake Louise

Lake Louise

Lake Moraine

Plain of Six Glaciers


Wir sitzen das schlechte Wetter auf einem kleinen Campground aus; nach 2 Tagen ist es durchwachsen, so dass wir uns aufmachen und nochmal ein Stück „zurück“ fahren – sprich uns die Sachen, die wir uns bereits bei schlechtem Wetter angeschaut haben, nochmals ansehen. Dann geht es auf der eigentlichen Route - dem Icefields Parkway- weiter zum Colombia Icefield, einem riesigen Gletscherkomplex. 

Canyon on the Icefields Parkway
On the Icefields Parkway

On the Icefields Parkway

Mt. Pyramide

Peyto Lake


Wir laufen bis vor den Gletscher. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit für teuer Geld mit dem Bus bis direkt auf den Gletscher zu fahren. Aber unser Budget ist knapp bemessen und da sie partout keine Fußgänger den Busweg hinauflassen, erklimmen wir am nächsten Tag (nach einer Nacht mit einem unschlagbaren Blick auf das Icefield) einfach den Wilcox Creek Pass auf der Seite gegenüber des Icefields und haben so beste Sicht auf den kompletten Gletscher.


Colombia Icefield

...and from the Wilcox Creek Pass


Von dort geht es weiter nach Jasper – wieder mal ein Campground mit Duschen. Aber auch in Jasper ist das Wetter tendenziell eher schlecht, und so machen wir eher kleine Hikes und schauen uns die Umgebung an. Nach 2 Tagen geht es weiter in Richtung Osten, um von dort dann nach Norden und somit in Richtung Alaska aufzubrechen.

Angel Glacier next to Jasper
Edith Glacier2


Wir verbringen den Canada Day in Hinton und finden auf dem Weg nach Norden auf einer Nebenstraße einen kleinen Platz gedacht für lokale Jäger, der uns so gut gefällt, dass wir spontan dort bleiben und unser Fähigkeit Holz zu hacken, verbessern. Absolute Lagerfeuerromantik ist wohl hier das beste Wort. Da es uns so gut gefallen hat, sind wir am nächsten Tag einfach auch noch da geblieben und haben unsere letzen Vorräte verputzt, das Auto gewartet, unser Zelt samt Matratze mal richtig gelüftet und sonst nur vor dem Feuer gesessen und in die Glut geschaut.

Parade on Canada Day

Lonely Place in the middle of nowhere
Good job, Stefan


Am nächsten Tag geht es dann weiter nach Grand Prairie um einzukaufen und zu tanken, bevor es auf den Alaska Highway geht …


Gefahrene Kilometer in Alberta (inkl. National Parks in BC): 2.652 km (Gesamtleistung: 10.934 km) - ROUTE









Sakatchewan

Da sich Manitoba und Saketchewan landschaftlich recht ähnlich sind, war der Übergang zwischen beiden Provinzen gleitend. Gegen Nachmittag machen wir in Carlyle (mittlerweile sind wir recht tief in der Prärie) halt. Man stelle sich eine richtige Westernstadt aus einem Old-School-Western vor und transferiere diese in die „Moderne“ … und man hat Carlyle. Im der einzigen dort ansässigen Niederlassung einer Fast-Food-Kette – einem DQ-Restaurant – stillen wir unsere Lust auf Fleisch (für uns bis jetzt übrigens die besten Burger nach denen von A&W). Das Interieur scheint 1:1 aus den 60iger Jahren zu stammen, ein wahrer Augenschmaus. Außerdem treffen sich hier 2 mal am Tag alle Senioren zum gemütlichen Kaffeeklatsch … wir finden es lustig.

Es geht weiter in Richtung Südwest und langsam wird es ein wenig hüglig. Aber auch hier stoßen wir wieder auf unter Wasser stehenden Felder (und wir reden von großen Flächen) und nicht passierbare Straßen.

Prärie
Weite


Auf der Suche nach einem schönen Schlafplatz machen wir Bekanntschaft mit den Nachteilen des vielen Regens. Wir versuchen uns an einem kleinen Feldweg einen Hügel rauf, der keine Spuren aufweist. Nach gut 100 m geben wir auf. Der Boden ist so nass und schwer und der Matsch (eine Mischung aus Ton und Lehm) kleistert uns erbarmungslos unser Reifenprofil zu. Wir rutschen mehr, als dass wir fahren, unsere Reifen sind auf einmal doppelt so breit und der schwere Matsch setzt sich überall fest. Das gleiche soll uns am nächsten Tag nochmal passieren. Das Zeug ist richtig schwer und wird steinhart, wenn es ausgetrocknet ist.

Guten Morgen
Mieser Matsch


Letztendlich finden wir aber einen netten Platz – leider nicht matschfrei. Am nächsten Morgen fahren wir weiter in den östlichen Teil des Grasslands National Park. Nach den letzten beiden Tagen plattes Land können wir uns an den grünen Hügeln kaum sattsehen und fahren auch noch zum westlichen Teil des Parks. Da es mittlerweile nachmittags ist, beschließen wir in der Hauptstadt der Prärie Hunde, in Val Marie (geschätzte Einwohnerzahl: 100) zu bleiben. Abends gehen wir dort auf eine Fotoausstellung und kommen mit den Farmern ins Gespräch. Hier wird in anderen Dimensionen gerechnet. Eine größere Farm hat hier 50-60 squares Land (ein square entspricht 640 Acres; ein Acre hat 4.050 m² - und jetzt darf gerne jeder rechnen, von wie viel Land wir hier reden …).

Val Marie
Oldtimer Sammlung

Oldtimer Sammlung

Getreideland

Grain Elevator

Mehr Getreide ...

und noch mehr
Getreidespeicher2

Getreidespeicher

Am nächsten Tag schauen wir uns den zweiten Teil des Nationalparks an. Durch den vielen Regen ist hier alles tiefgrün, ein Traum und sehr ungewöhnlich. Leider haben wir im Bezug auf die hier ansässigen Bisons wenig Glück, denn wir sehen nur 2 von Ihnen und die auch nur ganz weit entfernt.

Grasslands National Park
Grasslands National Park

Klapperschlangen

Tippi


Gegen Mittag bummeln wir weiter in Richtung Westen zum Cypress Hill Provincial Park, den einzigen Hügeln (1.300 m) hier in der Umgebung. Am Aussichtungspunkt haben wir einen fantastischen Blick, kochen unser Abendessen dort oben und genießen den Sonnenuntergang bei einem Drink. Dann schleichen wir uns wieder auf einen Campground und schlafen dort ohne zu zahlen; irgendwie haben wir das System mittlerweile perfektioniert. In der Nacht wird es allerdings mal wieder saukalt und die Rehe laufen einfach überall über den Platz und stören sich in keinster Weise an uns Menschen.

Cypress Hill Und noch mehr Oldtimer


Früh geht es am nächsten Morgen weiter nach Calgary durch grünes und seichtes Weideland bei Sonnenschein. Wir freuen uns, dass wir es endlich mal geschafft haben, pünktlich los zu kommen (immerhin sitzen wir um 08h schon im Auto), da sieht Stefan vom Highway aus eine rote Scheune. Wir runter vom Highway und rauf auf Privatgrund, drehen dann aber doch wieder um. Plötzlich kommt der Besitzer und fragt, was wir wollen. Ehe wir uns versehen, sitzen wir zusammen mit Liam in seinem Buggy und fahren mit ihm über sein gerade neu erworbenes Land, um seine Kühe und Pferde zu bewundern. Wieder zwei ungeplante und nette Stunden. Irgendwie haben wir viele Bilder gemacht, aber die rote Scheune dabei ganz vergessen …

Mustangs
Mustangs

Gefahrene Kilometer in Saskatchewan: 1.167 km (Gesamtleistung: 8.282 km) - ROUTE










Manitoba

Manitoba hat uns wie bereits geschrieben mit einem grandiosen Gewitter empfangen. Wir haben es uns auf einem Feldweg neben dem Highway gemütlich gemacht und haben das Spektakel beobachtet. Wenn nur nicht die blöden Moskitos wären und man wenigstens mal in Ruhe seine Kühlbox plündern und Zeug zusammensuchen könnte.

Wir fahren durch bis Winnipeg in dieser Nacht und schlagen gegen 01h am gewählten Campground auf. Dieser ist an eine Tankstelle gekoppelt. Allerdings ist um diese Zeit niemand mehr da und so beschließen wir, einfach so auf dem Campground zu fahren und am nächsten Tag zu zahlen. Als wir die Einfahrt runterfahren merken wir, dass hier kein Campground mehr ist, sondern ein See. Da fallen uns die Überschwemmungen wieder ein, mit denen Manitoba zu kämpfen hat. Wir stellen uns nach einigen Diskussionen neben einen geparkten Trailer weiter oben an der Tankstelle. Als wir am nächsten Morgen aufwachen, stellen wir fest, dass wir praktisch direkt neben dem Highway stehen, der einmal quer durchs Land führt. An der Tankstelle scheint es niemanden gestört zu haben und es schaut auch niemand komisch.

Wir lassen unsere hintere Bremse bei einer vom CAA zertifizierten Werkstatt (Black Rose in Winnipeg) überprüfen, da diese immer schleift und recht heiß geworden ist. Die letzten Stunden vor Winnipeg hat sie allerdings keinen Muks mehr gemacht und auch die Überprüfung (zum Glück gibt es einen deutschen Mechaniker dort) ergibt nichts und sowohl Scheibe als auch Beläge sind in Ordnung. Der Besitzer erlässt uns freundlicherweise auch die Kosten – ein Freundschaftsdienst unter Reisenden; wir freuen uns natürlich.

Auf dem Weg zum Riding Mountain NP schnuppern wir das erste Mal ein wenig Luft der weiten Prärie und sind begeistert und unsere Digi-Cam kommt nicht zur Ruhe. So langsam haben wir auch den Trick raus, wie man selbst in National Parks übernachtet, ohne zahlen zu müssen und auch noch eine Dusche bekommt. Vielleicht funktioniert das auch nur in der Nebensaison und in kleineren Nationalparks, aber bis jetzt hatten wir immer Erfolg. Es gibt ein nahezu perfektes Dinner direkt am See bei Sonne und warmen Temperaturen.

Am nächsten Morgen werden wir vom Regen geweckt und machen uns ohne den geplanten Hike weiter auf in Richtung Westen. Regen und Licht- und Wolkenspiele begleiten uns. Unterwegs werden wir immer wieder an die Überschwemmungen erinnert, mit denen Manitoba zu kämpfen hat. Hier stehen kilometerweit die Felder unter Wasser.

Prärie
Wolkenspiel2

Ölgewinnung

Unendliche Weite

Überschwemmungen


Dass Manitoba nicht wirklich breit ist (also kilometermässig gesehen von Ost nach West oder umgekehrt) merken wir, als wir mittags bereits die Grenze nach Saskatchewan überschreiten.


Gefahrene Kilometer in Manitoba: 629 km (Gesamtleistung: 7.115 km) - ROUTE

 







Ontario


Eigentlich wollten wir uns Ottawa noch ansehen. Da es aber wieder mal geregnet hat und wir vom Vortag auch noch ein wenig müde waren, haben wir Ottawa kurzerhand gestrichen und sind direkt zu den 1000 Islands am St. Laurence Strom gefahren. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um sehr viele kleine Inseln, die im St. Laurence Strom gelegen sind. Hierbei muss es sich um eine bevorzugte Wohngegend wohlhabender Kanadier handeln, denn hier reiht sich eine Villa an die Nächste. Leider hat uns auch hier das Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass wir am St. Laurence Strom entlang über Kingston und über Prince Edward County (O-Ton Stefan: „Hier sieht es ja aus, wie in Niedersachsen.“) nach Toronto gefahren sind. Aber auch hier wieder Dunst und Dauerregen, so dass wir auch von Toronto nichts gesehen haben (zum Glück hatten wir Toronto bereits damals aus dem Flieger im Anflug gesehen, denn die Skyline ist schon beeindruckend).

Nach einem Tag Ausharren, haben wir dann beschlossen, auch Toronto ohne weitere Besichtigung hinter uns zu lassen und zu den Niagara Fällen (Touristen-Pflichtprogramm) zu fahren. Allerdings verlieren wir mittlerweile bereits das Zeitgefühl (wissen also nicht, welcher Tag ist) und so sind wir Samstags an den Niagara Fällen gelandet – zusammen mit vielen anderen Touristen. Ich weiß gar nicht, wie ich es nennen soll … ein riesen Spektakel um ein paar Wasserfälle. Ich denke, das war eine ganz kleine Einstimmung auf Las Vegas. Wir haben uns die Fälle nachts angesehen und am nächsten Tag dann auch bei Tageslicht. Dann ist uns der Trubel (wir haben 3 Tage später Kanadier aus der Gegend getroffen und die meinten, dass jetzt noch gar nichts los sei und dass es im erst Sommer richtig voll werde; hilfe, das möchten wir dann aber nicht erleben) aber zu viel geworden und wir sind über ein paar Weingüter (mittlerweile gibt es dort wohl über 80 Weingüter, und die machen gar keinen so schlechten Wein; allerdings sind die Preise schon recht gepfeffert …) nach Niagara-on-the-Lakes gefahren. Allerdings war der Zirkus hier gefühlt noch viel größer, so dass wir einmal durchgefahren sind und uns dann aufgemacht haben, in Richtung Norden. Kitchener und Umgebung ist recht deutschlastig, was sich auch in den Namen der Orte dort widerspiegelt. Wir sind durch Heidelberg (mit eigener Brauerei), Bamberg, Neustadt, Hannover und New Hamburg gefahren. In dieser Ecke wohnen auch viele Mennoiten, so dass sich zeitweise mehr Kutschen als Autos auf der Straße befunden haben. Ein recht befremdliches Gefühl.

Niagara Fälle
Niagara Fälle

Niagara Fälle

Der Wahnsinn an den Niagara Fällen

Heidelberg

Mennoiten


Seit den Niagara Fällen hatte sich das Wetter zum Glück gebessert und in den 2 Tagen in Owen Sound – dem Eingang zur Georgian Bay – hatten wir nur Sonne und steigende Temperaturen. Am zweiten Tag dort waren es über 30 Grad und der Wetterumschwung kam doch ein wenig plötzlich; für uns und die Natur, denn nachts hat es ordentlich gewittert.

Mit dem Gewitter kam dann auch ein rapider Temperaturabfall von gut 15 Grad. Am nächsten Tag haben wir wieder ordentlich gefroren. Das mit der Kälte bzw. unserem Kälteempfinden und dem der Kanadier ist auch faszinierend. Während die Kanadier mit kurzer Hose und T-Shirts herumlaufen, sitzen wir in dicken Jacken und langen Hosen herum und freuen uns auf unsere Daunenschlafsäcke, weil es einfach saukalt ist.

Die Bruce Peninsula an der Georgian Bay ist für uns bis jetzt mit Abstand das schönste Stück Kanada. Hier verläuft der 873 km lange Bruce Trail, welcher in Niagara startet und bis nach Tobermory verläuft. Wir sind winzige Teile dieses Trails gelaufen und hier reiht sich ein herrliches Stück Natur an das Nächste: klarklares türkises Wasser in wunderschönen Buchten, wilde Orchideen, tiefe Felsspalten, dichter Wald, raue Klippen, Waschbären, Schlangen und viel anderes kleines Viehzeug.

Bruce Peninsula
Bruce Peninsula

Bruce Peninsula

Bruce Peninsula
Bruce Peninsula
Bruce Peninsula


Mittlerweile hassen wir Moskitos, welche wirklich nervig sind; schlimmer aber sind die Black Flies, deren Stiche vor allem bei beim weiblichen Part gigantische und schmerzhafte Ausmaße annehmen (gerade im Moment ist die komplette rechte Gesichtshälfte ordentlich angeschwollen – und nein: es gibt keine Beweisbilder … ach ja, der männliche Teil sagt, ich würde aussehen wie ein Ferengi …) und jucken ohne Ende! Aus lauter Verzweiflung haben wir uns jetzt einen Moskito-Dom gekauft, damit man wenigstens mal in Ruhe essen und lesen kann. Auch hier finden wir die Kanadier wieder faszinierend, die selbst in den schwarzen Wolken aus Viehzeug ganz gelassen in kurzen Klamotten da sitzen, während wir schön mit unseren Netzen auf den Köpfen und gut nach DEET duftend am Verzweifeln sind.

Mit der Fähre geht es weiter nach Manitoulin Island. Wir haben beschlossen, uns zeitlich ein wenig Druck zu machen, denn die großen Ferien fangen wohl Ende Juni an und damit auch die absolute Hauptsaison. Da wir bis jetzt in den National Parks (wir sind jetzt übrigens stolze Besitzer des Parks Canada Discovery Pass, mit dem wir in alle National Parks freien Eintritt haben) immer die Ruhe genossen haben und bis jetzt auch frecher weise immer kostenlos dort übernachtet haben, wollen wir versuchen, die Highlights in British Columbia und Alberta noch vor dem großen Ansturm gesehen zu haben.

Dennoch schauen wir uns Manitoulin Island ein wenig an, verwerfen aber unseren Plan, eine Nacht hier zu bleiben, um am nächsten Tag wieder hiken zu gehen. Es sind für die Nacht und den nächsten Tag Gewitter und starke Schauer vorausgesagt und somit fühlen wir uns in unserem Beschluss, weiter gen Westen zu ziehen, bestätigt. Wir landen in Sault Ste. Marie – von dem wir nichts außer dem Campground sehen; dieser bzw. die Duschen kommen uns nach 4 Tagen „draußen sein“ und schweißtreibenden Hikes sehr entgegen.

Am nächsten Tag geht es weiter in Richtung Thunder Bay (700 km entfernt) entlang am Superior Lake. Bisher eine der schönsten und eindrucksvollsten Strecken, die wir gefahren sind. Hinter jeder Biegung erwarten einen neue traumhafte Ausblicke. Ein großer Teil der Strecke führt durch den Lake Superior Provincial Park. Ach ja, die kleinen Viecher sind nervig, aber vor den großen Viechern (Mooses – für uns weiterhin eine Art Elch) haben wir mehr als Respekt. Wir hatten jetzt schon 3 weibliche Tiere am Strassenrand stehen und die sind schon gigantisch mit einer gefühlten Widerristhöhe von gut über 2 m.


Seenlandschaft
Sonnenuntergang

Landschaft in Ontario


Kurz vor Thunder Bay biegen wir in Richtung Süden ab, um uns einen netten Platz zum Schlafen zu suchen. Allerdings kommen wir nicht weit. Kurz hinter Lake Pass ist die Strasse überflutet und viele Menschen stehen herum. Wir gesellen uns dazu und erfahren, dass ein Biberdamm gebrochen sei. Hier scheint selten etwas zu passieren, denn es werden immer mehr Leute. Uns wird ein Stück Land (wir reden hier von 106 Acre – was ca. 429.000 m²!!! entspricht) angeboten, auf dem wir in Ruhe schlafen können; besser aber noch bei Sufus Jensen, dem mit 92 Jahren Gemeindeältesten, im Vorgarten. Also schlagen wir direkt neben Sufus´ Haus unser Zelt auf – aber nicht, ohne vorher wieder unzählige Male fotografiert zu werden. Sufus ist 1950 von Dänemark nach Kanada ausgewandert und das Geheimnis seines Alters: filterlose Zigaretten und Bier, na dann … Es ist ein netter Abend und bevor wir ins Bett krabbeln sehen wir noch Nordlichter, richtig romatisch. Nach einem gemeinsamen Kaffee (wenn man das braune Wasser so nennen kann) am nächsten Morgen verabschieden wir uns wieder.


Sufus


Es geht über den Highway 11 (die längere und südlichere Alternative) weiter in Richtung Westen. Auch hier wieder: traumhafte, einsame und endlose Straßen und immer wieder neue Blicke und Überraschungen. In Kenora beschliessen wir dann spontan, Ontario doch heute noch zu verlassen und direkt weiter zu fahren nach Manitoba. Manitobe empfängt uns mit einem ordentlichen Gewitter, einem gigantischen Sonnenuntergang und einem Meer aus Blitzen.

Arctic Shield


Noch kurz am Rande: Was wir auch festgestellt haben ist, dass der allgemeine Kanadier dazu neigt, auf seinem Grund und Boden jede Art von Schrott zu sammeln, die er dann stolz präsentiert. Zumindest kommt es uns so vor. Die Grundstücke hier sind recht groß und irgendwie scheint jeder Kanadier irgendetwas zu haben, was er nicht wegwerfen möchte und es einfach stehen lässt. Seien es Autos, alte Schulbusse, Gartengeräte, Traktoren, Möbel, Spielzeug … der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Sammelleidenschaft


Und noch eine Besonderheit im Bezug auf die Verkehrsregeln. Es gibt Kreuzungen, an denen alle 4 Strassen ein Stopp-Schild haben. Im Zweifelsfall treffen hier dann 4 Verkehrsteilnehmer zusammen. Aber irgendwie scheint es keine Regel zu geben, wer dann als erster fahren darf. Also kein rechts vor links oder so. Wir standen schon mal längere Zeit an einer Kreuzung, wo sich dann alle angeschaut haben, aber niemand gefahren ist. Irgendwann sind wir dann eben losgefahren und haben ziemlich schräge Blicke geerntet. Seitdem fahren wir eigentlich immer als Erste los, da wir ja nicht ewig Zeit haben.


Gefahrene Kilometer in Ontario: 3.357 km (Gesamtleistung: 6.486 km) -
ROUTE 

 







Quebec

Unser erstes Ziel in Quebec lautet: Riviere du Loup. Ein kleines nettes und charmantes Örtchen. Das Wetter spielt am Anfang immer noch nicht mit und wir Bauchschmerzen bezüglich unseres nass verpackten Dachzeltes. Da Stefan erkältungsbedingt aber nicht wirklich fit ist und die Temperaturen draußen nachts immer noch gegen Null gehen, beschließen wir, uns 2 Tage im Hostel zu gönnen, welches mehr als erschwinglich ist. Das Wetter spielt am nächsten Tag mit und so können wir unser Dachzelt aufmachen und es trocknet innerhalb einer Stunde komplett durch.

Versenkt im Matsch
Schöner Stellplatz


Wir nutzen die Zeit in Riviere du Loup, um Vorräte aufzufüllen und zu waschen. Unser Plan, von hier den St. Laurence Strom mit der Fähre zu überqueren geht allerdings nicht auf. Es gibt 3 Punkte, an denen man übersetzen kann. Die einzige Fähre, die jetzt schon fährt nimmt nur Fahrzeuge mit einer maximalen Höhe von 2,16 m mit und da sind wir zu hoch. Und die anderen beiden Fähren operieren erst ab Ende Mai bzw. Mitte Juni. Also geht es doch auf direktem Weg nach Quebec City.

Kaum in Quebec angekommen, regnet es auch schon wieder. Trotzdem schauen wir uns Quebec an, da wir früh in der Zeit sind und noch nicht auf dem Campground möchten. Irgendwie kommt uns die Altstadt vor wie Disneyland. Alles zu pitoresque, um wahr zu sein und ziemlich überlaufen mit Touristen. Auf der anderen Seite ist Quebec aber auch ziemlich abgefahren und freaky (wir geraten mitten in eine große 80er-Jahre Party) und bietet so viele verschieden und interessante Facetten.

Quebec
Quebec

Quebec

Quebec


Über einen kleinen Umweg über den Norden und durch den Mt. Tremblant National Park geht es weiter nach Montreal. Eigentlich wollen wir nur durch den National Park durchfahren, aber irgendwie wird doch alles später und so essen wir direkt an einem See und dann fängt es auch schon wieder an zu regnen. Also stellen wir uns auf einen kleinen "Campground" (eigentlich nur ein Stellplatz) und schlafen dort. Die Vorsaison hat den Vorteil, dass sie die Park-Ranger noch nicht wirklich für dich interessieren, du eigentlich alleine bist und auch nichts zahlen musst. Wir bekommen auch schon einen Vorgeschmack, auf das, was uns im Bezug auf Stechviecher noch erwarten wird: ich weiß gar nicht, was schlimmer ist, die nervenden schwarzen Stechfliegen oder die Moskitos, die um einen herumschwirren. Wir haben uns bereits jetzt Kopfnetze zugelegt, weil es sonst kaum zu ertragen ist in der Dämmerung. Sieht zwar unheimlich blöd aus, das Essen ist schwierig, aber es ist relativ effektiv. 

Mt. Tremblant
Mückenschutz


Am nächsten Tag regnet es immer noch und so fahren wir weiter in Richtung Montreal. Der ausgesuchte Campground ist wunderschön und die Sonne scheint, so richtig Sommerstimmung aufkommt. Hier ist alles bereits grün und es ist richtig warm. Leider fängt es abends wieder an zu regnen. Am nächsten Tag ist das Wetter wechselhaft und wir widmen uns der Wartung des Autos.

In Montreal begleitet uns den ganzen Tag über die Sonne. Unser erster (!!!) Sonnentag seit unserer Ankunft in Kanada. Montreal ist ein wenig größer als Quebec und so sind wir den kompletten Tag zu Fuß unterwegs durch die Stadt. Auch Montreal hat viele verschiedene Gesichter. Ein quirliges Old-Montreal, ein sehr authentisches Chinatown (hier wird nur chinesisch gesprochen), eine moderne Innenstadt und viele Grünanlagen. Gegen Abend machen wir uns auf den Weg zum Mont Royal, von dem aus man einen fantastischen Überblick über die Stadt hat. Nach fast 11 Stunden taten uns dann aber auch die Füße weh und einen kleinen Sonnenbrand haben wir uns auch geholt. Ach ja … im Lonely Planet stand „Poutine“ als eine Spezialität, die man in Quebec mal gegessen haben sollte. Im Montreal haben wir uns dann auch an den Berg von Pommes, ertränkt in einer braunen Soße und verfeinert mit großen gummiartigen Mozzarella Stücken getraut. Unser Urteil: optisch nicht gerade ansprechend (irgendwie sieht es aus, wie schon einmal gegessen) und auch geschmacklich nicht gerade ein Highlight; aber es füllt den Magen … irgendwie.

Lecker Poutine2
Montreal

Montreal

Wir leben schon eingeschränkt

Im Regen (wir hatten ja immerhin einen Sonnentag, mehr kann man ja nicht erwarten) geht es weiter in Richtung Ontario …


Gefahrene Kilometer in Quebec: 1.311 km (Gesamtleistung: 3.129 km)
- ROUTE

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New Brunswick

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Regen uns verfolgt. Denn auch in New Brunswick regnet es. Was uns auf den Highways immer wieder auffällt sind die riesigen Trailer, mit denen die Kanadier unterwegs sind. Das sind teilweise gezogene Häuser; und manchmal ziehen sie hinter diesen wahnwitzig riesigen Trailern noch ein kleines Auto her, damit man mobil bleibt.
Kaum sind wir vom Highway runter, um abseits etwas zu essen, hält jemand (Carren heisst sie, wie sie uns erzählt) an und fragt uns, wo wir herkommen und was wir machen. Kurz darauf lädt uns Carren einfach zu ihren Freunden mit ein, die sie gerade besuchen wollte. Wir fahren mit, denn die beiden sollen komplett autark leben und sich ihr Haus aus recycelten Materialien gebaut haben. Die beiden sind auch viel gereist und wollen diesen Winter mit dem Rad durch Mittelamerika fahren. Es ist lustig und wir trinken selbstgebrautes Bier, lecker. Dann geht es für uns aber weiter, denn wir wollen zum Fundy National Park.
Allerdings schaffen wir es nicht ganz und suchen uns einen Schlafplatz im Wald mit bestem Blick auf die Bucht von Fundy. Am nächsten Tag geht es weiter in den National Park, der allerdings offiziell noch gar nicht geöffnet hat. Aber es steht kostenlos ein Campground samt sanitären Einrichtungen zur Verfügung, welch Luxus, eine heiße Dusche. Nach den beiden letzten Nächten im Auto freuen wir uns auf eine Nacht im Dachzelt. Nachmittags gehen wir im Park eine wenig wandern; ich lasse mich breit schlagen, denn irgendwie muss das Weißbrot ja von den Hüften runter. Zwischendurch fängt es immer mal wieder an zu regnen.

Fundy NP
Low Tide

Gegen Abend, gerade nachdem wir mit dem Kochen fertig sind, fängt es an zu regnen und wir die komplette nächste Nacht und den kompletten nächsten Tag am Stück durchregnen. Das wissen wir noch nicht, denn wir planen für den nächsten Tag eine weitere Tour durch den Park. Diese fällt dann aber im wahrsten Sinne ins Wasser. Also gehen wir runter nach Alma, einem kleinen Ort direkt am Eingang des Nationalparks, um uns dort die spektakulären Gezeitenunterschiede anzusehen. Die Wasserstände können hier um 10 – 15 m variieren. Wir kommen zur absoluten Ebbe alle Boote im Hafen liegen auf dem Trockenen. Da es in Strömen regnet machen wir den Tag über nicht wirklich viel und hoffen – wie schon so oft – auf  besseres Wetter. Wir überlegen, uns einen Lobster zu kaufen zum Abendessen (die werden einem hier hinterher geworfen); verwerfen die Idee dann aber wieder, da wir keinen Topf haben, der groß genug wäre und keiner von uns beiden das Tier töten möchte.
Das bessere Wetter kommt auch am nächsten Tag nicht. Neben dem ständigen Regen scheinen auch die Temperaturen immer weiter zu fallen. Letze Nacht waren es gerade mal 5 Grad. Also räumen wir unser von außen klatschnasses Dachzelt ein (das Innenzelt und die Matratze haben wir vorsorglich raus genommen – ZUM GLÜCK) und fahren auf in Richtung Provinz Quebec.


Gefahrene Kilometer in New Brunswick: 809 km (Gesamtleistung: 1.818 km) - ROUTE










Nova Scotia

Nach unserer holprigen Einreise haben wir bis jetzt nur sehr gute Erfahrungen mit dem kanadischen Völkchen gemacht. Kaum steht man irgendwo herum und schaut in der Gegend umher, kommt schon jemand und fragt, ob er behilflich sein kann. Steht man auf irgendeinem Parkplatz, um etwas zu essen, kommen Leute und verwickeln einen in ein Gespräch oder laden einen einfach ein.

Was nicht so positiv abschneidet bis jetzt ist das Wetter. Der leichte Knacken unseres Scheibenwischers ist zu unserem permanenten Begleiter geworden. Dazu aber später.

Wir sind montags abends gelandet und sind nach einem langen Tag, froh gewesen, ins Bett zu können. Bei unserer Ankunft hat es leicht geregnet. Am nächsten Tag haben wir uns Halifax angeschaut – soweit das bei dem Regen und Wind möglich gewesen ist. Halifax ist ein überschaubares und nettes kleines Städtchen. Wir haben geschaut, wo wir einkaufen können und wo Spediteur und Zoll sind. Am Mittwoch haben wir dann unser Auto im Hafen abgeholt. Da es 4 Tage im Regen stand, mussten wir einige Stellen erst trocken legen. Es sei der 19. Tag in Folge, an dem es regnet wurde uns gesagt. Tolle Aussichten. Da wir bei dem Dauerregen und teilweise stürmischen Wind nicht wirklich Lust hatten, uns irgendwo richtig zu organisieren. Also sind wir einkaufen gefahren, haben alles hinten ins Auto geschmissen, haben vollgetankt und sind auf nach Cape Breton, in der Hoffnung, dass das Wetter dort besser ist.

Es wurde aber schlimmer und so stürmisch, dass eigentlich nur die Möglichkeit blieb, uns eine Unterkunft zu nehmen. Im Auto schlafen wäre eine Option gewesen, aber da lag unser ganzes Gepäck kreuz und quer verteilt. Wir hatten Glück und sind bei einer netten Schweizerin in der Nähe von Aberdeen zu einem Sonderpreis untergekommen. Die komplette Neuorganisation hat uns dann gute 4 Stunden gekostet. Am nächsten Tag ging es dann auf den Cabot Trail – laut Reiseführer ein Highlight in Kanada. Können wir so nicht bestätigen, weil wir außer Regen, tief hängenden Wolken und Nebel leider nicht wirklich viel gesehen haben. Wir sind dann noch an den äußersten Zipfel von Cape Breton gefahren nach Pleasant Bay und Meat Cove. Beides winzige und wunderschöne Orte, aber es war so stürmisch und verregnet, dass schon Aussteigen keinen Spaß gemacht hat. Wir haben dann in die Nähe von Margereth Folks in einem Wald übernachtet (im Auto allerdings, weil wir dem Wetter nicht getraut haben und auch die Temperaturen gegen Null gingen in der Nacht).

Regen in Novia Scotia

... und noch mehr Regen ...

Campidylle


Der nächste Tag hat uns wieder mit Regen begrüßt, so dass wir Nova Scotia nach nur 4 Tagen in Richtung New Brunswick in der Hoffnung auf besseres Wetter verlassen haben.


Gefahrene Kilometer in Nova Scotia: 1.009 km (Gesamtleistung: 1.009 km) -
ROUTE

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Resümee

ZU LAND und LEUTEN: Ja, was sollen wir sagen? Eigentlich fallen uns nur positive Sachen ein, wenn wir an die letzte Zeit zurückdenken. Die Kanadier sind so offen, hilfsbereit, gastfreundlich, nett, entspannt und freundlich, dass wir uns am Anfang wirklich erst mal daran gewöhnen mussten, weil wir das als Deutsche so gar nicht gewöhnt sind. Egal wo wir waren und standen kamen die Leute, haben uns angesprochen oder einfach spontan eingeladen. Sei es zu einem Kaffee, zu einem oder mehreren Drinks, einem Barbecue oder sogar zum Übernachten. Zu Kanada können wir nur ein mehr als positives Feedback ziehen!


ZUR NATUR: Auch hier können wir nur sagen, dass wir mehr als beeindruckt sind von dem, was wir gesehen haben. Die endlosen Weiten in Manitoba und Saskatchewan, die unzähligen Seen in Ontario, die unendliche Weite des Yukon, die Rocky Mountains und und und …

Irgendwie hat sich mit jeder neuen Provinz in Kanada auch die Landschaft geändert und somit jede Menge Abwechslung geboten. Sanfte Hügel worden durch schroffe Berge abgelöst, bunte Blumenwiesen, wilde Flüsse, Regenwald mit gigantischen Bäumen, endlos weite und staubige Highways … Kanada hat definitiv eine Menge zu bieten.


ZU UNS
: Jeden Tag 24 Stunden Zweisamkeit – das ist wahrlich eine Herausforderung. Wir sind ja nun schon lange zusammen, aber auch das ist kein Garant dafür, dass es klappt. Ja, wir streiten uns; vor allem, wenn wir uns mal wieder nicht entscheiden können, was wir machen, wohin es gehen soll, oder wenn wir beide unter Strom stehen. Aber auf der anderen Seite wachsen wir auch jeden Tag weiter als Team zusammen und so hat sich irgendwie mittlerweile eine perfekte „Rollenverteilung“ ergeben. Stefan brütet über den mechanischen Sachen, holt sich gerne ein kaltes Bier aus der Kühlbox, ist für den Kocher uns meistens auch für das Fahren zuständig. Ich hingegen erfreue mich immer wieder an den Food-Superstores, koche (ohne Maggie-Fix … unglaublich … und echt lecker), plane und navigiere (was wohl auch besser ist, denn Stefan ist mit so viel Karten ein wenig überfordert).

Auch im Bezug auf das Auto sind wir zusammengewachsen bzw. gleichen uns aus. Wenn Stefan mal wieder am Schimpfen ist, hole ich ihn runter und auch beim stetigen Service (ein Landy braucht eben viel Liebe) arbeiten wir Hand in Hand. Also: so far so good …


ZUM AUTO
: it is not broken, it is british; es ist und bleibt eben ein Landy. Wenn man von den kleinen Landy-Macken und Problemen eben mal absieht (hier mal ein komisches Geräusch und da mal ein Knacken) kann man nur sagen, dass uns das Auto bis jetzt sehr zuverlässig über zum Teil doch sehr schlechte und holprige Strassen gebracht hat. Der erste Ölwechsel war fällig; einen Satz Bremsbeläge (vorne) haben wir getauscht. Jetzt stehen die die hinteren Beläge und Bremszylinder an. Dann schwitzt das hintere Diff ein wenig (Simmering ist schon da, muss nur noch getauscht werden) und das Verteilergetriebe schwitzt ebenfalls. Unsere hinteren Reifen haben auf dem Dempster Highway doch sehr gelitten und somit lassen wir sie jetzt inkl. Ersatzreifen immer rotieren um die Laufzeit zu verlängern.

Im Bezug auf den Innenausbau können wir eigentlich nur sagen: es passt alles! Bis jetzt haben wir noch nichts umgeräumt oder modifiziert; es klappert so gut wie nichts, alles hat (jetzt endlich) seinen Platz gefunden. Obwohl wir am Anfang schon ein wenig umgeräumt haben und hin und her geschoben, bis letztendlich jede Ecke gefüllt war.

Auch die sonstigen „Modifikationen“ im Bezug auf Elektrik, Dachträger, Licht usw. sind für unsere Ansprüche und Bedürfnisse perfekt. Die Kühlbox kühlt dank 2. Batterie auch wenn die Sonne brennt für mind. 4 Tage ohne dass sich das Auto bewegt.

Das Dachzelt hat seinen ersten richtigen Sturm in der Prärie Wyomings hinter sich gebracht – allerdings eher unbeabsichtigt, denn wir selber waren den ganzen Tag unterwegs und haben es trotz guter Ratschläge nicht zusammengeklappt. Auf dem Rückweg sind wir durch den Sturm gekommen und uns ist ganz anders geworden, weil wir eigentlich schon gedacht haben, dass es das jetzt war … aber: pretty strong das gute Stück!


ZUM SCHLUSS
: ein paar Daten und Fakten: 21.079 gefahrene Kilometer; 2.358 getankte Liter Diesel; Preis pro Liter Diesel: ca. 1,05 Euro; 92 Reisetage (somit 229 km pro Tag im Schnitt gefahren); 2 Länder; 9 Provinzen in Kanada; Verschiffung: Hamburg - Halifax über Seabridge (können wir nur empfehlen; super Service und absolut transparent und problemlos); Reiseliteratur: Lonely Planet Canada (nicht so gut für Selbstfahrer); Karten: Garmin Nordamerika und Papierkarten vom CAA; Autohaftpflichtversicherung über K.H. Nowag (Kosten: ca. 1.300 USD für ein Jahr); 29 Tage ohne Regen (von 92); Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt am 23. und 24. Juni in den Rockies; 2,8 to. Gewicht inkl. uns; den Polarkreis überschritten; neue Bremsbeläge vorne; ein selbstdurchgeführter 20tkm Service inkl. Ölwechsel; zu viele ungesunde Burger in sämtlichen Fast-Food-Ketten; viele Tränen im Bezug auf die teuren Lebensmittel und den teuren Alkohol; stetig auf der Suche nach gutem Kaffee; aber meisten enttäuscht worden; in den Toploadern ruinierte Jeans; in den Trocknern geschrumpfte T-Shirts; Reifen, die auf dem Dempster gelitten haben; unendlich viel Staub, den wir aus dem Auto gewischt haben; 6 Übernachtungen außerhalb des Dachzeltes/Autos; böse Blackflies und doch einige Moskitos; viel Schotterpisten; viel Spaß aber auch einige Tränen …

Die am meisten gebrauchten Gegenstände: Regenjacke, Fleecejacke und Daunenschlafsack!

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